Als erster Europäer fliegt nicht wie zuvor angekündigt ein Deutscher, sondern Luca Parmitano, ein italienischer Astronaut, bei der Nasa-Mondmission «Artemis 3». Die US-Raumfahrtbehörde Nasa bestätigte Parmitanos Auswahl als Teil der Crew, die 2027 zur Mission starten soll. Neben Parmitano wird die Besatzung aus den US-Astronauten Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik bestehen, wobei Bresnik als Kommandant und Parmitano in der Rolle des Piloten fungiert.
Die ursprünglichen Erwartungen, dass der erste europäische Astronaut auf einer späteren Mission fliegen würde, wurden somit über den Haufen geworfen. Bei der «Artemis 3»-Mission wird jedoch keine Mondlandung vorgenommen. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Test des Koppelns des Raumschiffs «Orion» mit Mondlandesystemen.
Die Beweggründe für die frühzeitige Einbeziehung eines europäischen Astronauten bleiben unklar. Ursprünglich war angedacht gewesen, dass der erste europäische Flug bei «Artemis 4» stattfinden sollte. Josef Aschbacher, Chef der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, hatte im Jahr 2025 betont, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen, deutsche, französische und italienische Astronauten sein würden, wobei Deutschland Vorrang hätte.
Die Entscheidung, Parmitano für «Artemis 3» zu wählen, wirft Fragen auf. Nasa-Chef Jared Isaacman kündigte eine Wende in der Strategie an und erklärte, dass die Mission 2027 statt 2024 startete, jedoch nicht auf dem Mond lande. Stattdessen solle die Crew in einer Erdumlaufbahn arbeiten und das Koppeln mit Mondlandefähren erproben.
Allerdings bleibt unklar, wie die Esa die Auswahl der Missionsteilnehmer konkret trifft und warum Herren wie Alexander Gerst oder Matthias Maurer nicht für diese Mission berücksichtigt wurden, trotz ihrer eigenen Erfahrungen in der Raumfahrt. Parmitano hat in der Vergangenheit zwei Flüge zur Internationalen Raumstation ISS absolviert.
Die finanziellen Beiträge Deutschlands, Frankreichs und Italiens zur Esa spielen eine wesentliche Rolle im Auswahlprozess der Astronauten. Deutschland hat seine Unterstützung im November auf 5,4 Milliarden Euro erhöht, was die Relevanz dieser Länder in der Raumfahrt unterstreicht.
Mit «Artemis 2» kehrten Anfang April 2026 erstmals Menschen in die Nähe des Mondes zurück, jedoch ohne zu landen. Nun wird bei «Artemis 3» der Schwerpunkt auf der Vorbereitung zukünftiger Mondmissionen gelegt, während die geopolitische Konkurrenz um technologische Führungspositionen unerbittlich fortschreitet. China verfolgt ambitionierte Pläne, ebenfalls bis 2030 Menschen zum Mond zu schicken, was den Wettlauf zwischen den Großmächten intensiviert.
Die Mondlandungen sind Teil des langjährigen «Artemis»-Programms, das die Rückkehr von Menschen an den Mond anstrebt. Professionelle Raumfahrt schlichtet technologische und geopolitische Interessen, unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit und der internationalen Kooperation im All.