Juli Zeh, die Brandenburger Schriftstellerin und ehrenamtliche Verfassungsrichterin in Potsdam, hat Interesse an einer Diskussionsrunde mit Alice Weidel, der Chefin der AfD, geäußert. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus erklärte Zeh, dass sie gerne erfahren würde, was für eine Person Weidel ist und welche Überzeugungen sie tatsächlich vertritt.
Zeh betonte jedoch die Verantwortung, die mit einem solchen öffentlichen Gespräch verbunden sei. Sie äußerte Bedenken, ob sie in der Lage wäre, dem Kontext angemessen beizutragen, insbesondere angesichts der Herausforderungen, die sich bei Diskussionen mit AfD-Vertretern ergeben. Die Schriftstellerin kritisierte, dass oft nicht ausreichend vorbereitet sei, was in Gesprächen mit dieser Partei dazu führe, dass diese zusätzliche Unterstützung durch unzureichende Argumentation der Gegenseite erhielten.
Trotz ihrer Bedenken plädierte Zeh dafür, mit AfD-Anhängern offen und neugierig umzugehen. Sie verwies auf die Wichtigkeit des Dialogs und stellte fest, dass das was man sich gegenseitig zu erzählen hat, nicht automatisch zu einer eigenen politischen Neigung führt. „Es gibt keine Kontaktschuld“, betonte sie und wies darauf hin, dass gesellschaftliche Diskussionen auch unangenehme Gespräche einschließen können und sollten.