Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat angekündigt, dass die Rentenpolitik künftig stärker an den Beitragsjahren der Erwerbstätigen ausgerichtet werden soll. Dies gab er am Mittwoch in einer Grundsatzrede vor der Bertelsmann-Stiftung bekannt. Klingbeil betonte, dass ein früheres Ausscheiden aus dem Berufsleben nicht mehr gefördert werden dürfe und stattdessen Anreize geschaffen werden müssen, um längeres Arbeiten attraktiver zu gestalten.
„Wir werden als Gesellschaft insgesamt mehr arbeiten müssen“, sagte Klingbeil und hob hervor, dass die hohen Teilzeitquoten sowie Transferzahlungen, die teilweise Mehrarbeit entwerteten, problematisch seien. Ziel sei es, ein System zu etablieren, in dem sich Leistungsbereitschaft auch finanziell auszahlt.
Zusätzlich kündigte er eine Reform der Einkommensteuer an, von der etwa 95 Prozent der Beschäftigten profitieren sollen. Klingbeil sprach von einer Entlastung in Höhe von „einigen hundert Euro im Jahr“. Diese soll jedoch nur umgesetzt werden, wenn auch hohe Einkommen und Vermögen einen angemessenen Beitrag leisten.