Vor dem dritten Länderspiel unter seiner Leitung gegen Serbien in München hat Bundestrainer Jürgen Klopp um Geduld für den Neuaufbau der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gebeten. Deutschland steht in der Nations League nach zwei Partien bei einem Punkt.
Klopp sagte, die Spieler müssten sich nach dem Fehlstart zunächst an seine Vorgaben und die neue Taktik gewöhnen. Er verteidigte seine Arbeit im Mittelfeld und wandte sich gegen die Kritik an Joshua Kimmich und Felix Nmecha.
„Wenn man ein Ballett zusammenstellt, nicht dass wir ein Ballett wären, aber wenn man eins zusammenstellt und nach vier Tagen sollen die auftreten, rennen die sich über den Haufen“, sagte Klopp vor der Partie am Abend in München. Mit dem Vergleich wollte er deutlich machen, dass der Aufbau Zeit brauche.
„Ich bin seit 25 Jahren im Fußball und nach fünf Tagen hat in meinem ganzen Leben noch keine Doppelsechs funktioniert“, sagte der 59-Jährige. Er erklärte zugleich, Kimmich spiele im 4-3-3-System deutlich defensiver, Nmecha davor — nicht als klassische Doppelsechs.
Nach dem 0:1 gegen Griechenland hatte Nmecha vor dem Gegentor einen Zweikampf gemieden, während Kimmich den Ball unglücklich abfälschte. Klopp wies den Eindruck zurück, daraus lasse sich eine grundsätzliche Bewertung ableiten. „Das haben wir nicht getan, um das mal klarzustellen“, sagte er.
Kimmich und Nmecha stehen für das Spiel gegen Serbien nicht mehr im Aufgebot. Klopp hatte zugleich davor gewarnt, Nationalspieler während des Neustarts nach der WM-Enttäuschung zu schnell zu beurteilen.
Der Bundestrainer plant für die ersten vier Nations-League-Partien mit zwei Kadern und insgesamt 43 Spielern, um sich ein breites Bild von den verfügbaren Nationalspielern zu machen. Der Prozess stehe wegen des großen öffentlichen Interesses unter besonderer Beobachtung, werde dadurch aber nicht beschleunigt.
