In Berlin haben die Spitzen der schwarz-roten Koalition am Wochenende Beratungen zu Maßnahmen in der Energiepreiskrise aufgenommen. An den Gesprächen nehmen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), CSU-Chef Markus Söder sowie die beiden SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas teil. Die Treffen finden in der Villa Borsig am Tegeler See statt.
In den Gesprächen wird auch über bevorstehende Steuer- und Sozialreformen diskutiert. Ein erweitertes Treffen der Koalitionsspitzen ist für Sonntag angesetzt. Details zum Zeitpunkt und Ort sind nicht bekannt, und es bleibt unklar, ob die Ergebnisse der Beratungen öffentlich gemacht werden.
Vor dem Wochenende hatte ein öffentlicher Streit über mögliche Entlastungsmaßnahmen in der Energiepreiskrise die Koalition erschüttert. Während Klingbeil mit Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgebern zusammentraf, äußerte Reiche scharfe Kritik an den Vorschlägen des Finanzministers. Dies führte zu internen Spannungen, in deren Folge einige Stimmen eine personelle Neuordnung in der CDU ins Spiel brachten, was jedoch umgehend als unangemessen zurückgewiesen wurde.
Ein zentrales Thema der Diskussion ist die von der SPD vorgeschlagene Übergewinnsteuer, die auf die hohen Profite von Energiekonzernen abzielen soll. Kantonal plant die SPD, die Einnahmen für eine Mobilitätsprämie oder zur Senkung der Energiesteuern zu verwenden. Während Klingbeil weitere Entlastungsmaßnahmen vorschlägt, stehen diese im Widerspruch zu den Vorstellungen von Wirtschaftsministerin Reiche, die stattdessen eine Erhöhung der Pendlerpauschale und eine Senkung der Dieselsteuer befürwortet.
Die Auseinandersetzungen innerhalb der Koalition zeigen sich auch in der Kritik der Jungen Union. Diese wirft Klingbeil „ordnungspolitisches Harakiri“ vor, da der Unterschied zwischen zulässigen und übermäßigen Gewinnen unklar bleibt. Bundeskanzler Merz hat betont, dass Klingbeil und Reiche gemeinsam Lösungen präsentieren sollten, und dämpfte Erwartungen an schnelle Entlastungen, die nicht kurzfristig zu erwarten seien.