Wolfgang Kubicki, neuer Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP), äußerte sich nach dem kürzlich abgehaltenen Parteitag optimistisch über die Zukunft der Partei. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte er, dass er nach den letzten turbulenten Wochen eine Rückkehr zur Fünf-Prozent-Marke als bedeutend erachte. Dies stellte er in einer aktuellen Forsa-Umfrage fest, obwohl andere Meinungsforschungsinstitute die FDP weiterhin darunter sehen.
Kubicki bemerkte, dass ihn die unerwartete Kandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf dem Parteitag überrascht hatte. Er räumte ein, dass seine Überraschung möglicherweise einige Wähler davon abgehalten haben könnte, ihn zu wählen, da sie eine neue Dominanz seiner Person in der Partei vermeiden wollten. Er betonte, dass die FDP erfolgsorientiert sei und sich die innere Unruhe lösen werde, wenn die Partei wieder erfolgreich agiere.
Er schilderte seine persönliche Motivation mit den Worten: „In mir ist der alte Terrier geweckt worden.“ Dies geschah in Anspielung auf den direkten Kontakt mit dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, dem Kubicki eine SMS geschickt hatte, als die FDP wieder bei fünf Prozent lag. Diese Rückkehr wurde von Merz als nicht wahrscheinlich angesehen, nachdem er nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg erklärt hatte, die FDP werde zukünftig nicht mehr relevant sein.
Strack-Zimmermann verteidigte ihre Kandidatur und meldete überwiegend positive Rückmeldungen erhalten zu haben. Sie stellte fest, dass bei dem Parteitag ein neues Lebenszeichen der FDP zu spüren gewesen sei und bekräftigte die Bedeutung einer offenen Diskussion, die seit dem Ausscheiden der Partei aus dem Bundestag überfällig gewesen sei. Gleichzeitig äußerte sie den Wunsch nach guter Zusammenarbeit zwischen ihr und Kubicki, da beide Protagonisten die direkte Ansprache schätzten.
Die Situation innerhalb der Partei zeigte sich in den letzten Wochen als angespannt, jedoch scheinen sich nun durch den neuen Vorsitz und die anstehenden Herausforderungen entsprechende Wege zur Stabilisierung abzuzeichnen.