Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano wurden am Samstag auf dem Parteitag der Linkspartei in Potsdam zu den neuen Vorsitzenden gewählt. Schwerdtner, die auf einem für Frauen reservierten Ticket kandidierte, erzielte rund 86 Prozent der Stimmen und wurde damit in ihrem Amt bestätigt. Ihr Vorgänger Jan van Aken trat aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut an. Pantisano erhielt hingegen nur 53 Prozent der Stimmen und muss sich damit einer ausgesprochenen Niederlage stellen.
Der Parteitag, der über drei Tage stattfand, war darauf ausgerichtet, die strategische Ausrichtung der Linkspartei zu klären, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen im Osten Deutschlands. Die Partei sieht sich dabei als potenziellen Schlüsselakteur bei künftigen Regierungsbildungen.
Ein zentraler Streitpunkt innerhalb der Partei liegt in der Haltung gegenüber Israel. Hier konnte jedoch ein Kompromiss erzielt werden: Künftig bezeichnet die Linkspartei das israelische Vorgehen im Gaza-Konflikt offiziell als Völkermord.
Die Ergebnisse der Vorstandswahlen und die Schwerpunkte des Parteitags könnten weitreichende Folgen für die politische Position der Linkspartei in den kommenden Monaten haben.