Massenprotest gegen AfD-Parteitag in Erfurt erwartet

Massenprotest gegen AfD-Parteitag in Erfurt erwartet

Juli 3, 2026
1 min. lesezeit

In Erfurt beginnt am Samstag der AfD-Bundesparteitag, zu dem bis zu 50.000 Protestierende erwartet werden. Die Thüringer Polizei ist im Ausnahmezustand und rechnet auch mit Ausschreitungen. Um den Parteitag abzusichern, werden zentrale Zufahrtsstraßen gesperrt, und zahlreiche Beamte aus anderen Bundesländern sowie der Bundespolizei sind im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte. Ein Möbelhaus und die Gartenausstellung egapark in der Nähe schließen vorsorglich.

Die AfD wird am Parteitag unter anderem eine neue Parteispitze wählen. Die Spitzenkandidaten Alice Weidel und Tino Chrupalla werden als gesetzt angesehen. Zudem kandidiert der Thüringer Bundestagsabgeordnete Stefan Möller als stellvertretender Bundessprecher. Möller ist ein Vertrauter des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke und soll die politische Linie Höckes im Bundesvorstand vertreten.

Innenminister Georg Maier (SPD) und der frühere Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwarten, dass die Proteste friedlich verlaufen. Ramelow hat jedoch betont, dass er jede Form von Gewalt ablehnt. Der Musiker Clueso plant, bei einem parallel zum Parteitag stattfindenden Konzert ein Zeichen gegen die AfD zu setzen. Auch der Sänger Bosse wird bei einer Protestveranstaltung auftreten.

Die Polizei bekräftigte, dass das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit für alle gewährleistet werden müsse. Gleichzeitig müsse gewaltsames Vorgehen gegen Dritte verhindert werden. Thuringens Innenminister betonte, dass Versuche, den Parteitag zu stören, rechtswidrig seien.

Das Aktivistenbündnis Widersetzen plant, den Parteitag durch Blockaden zu verhindern. Ein weiteres Bündnis, „Zusammenstehen“, organisiert eine große Kundgebung in Sichtweite des Parteitags. Politische Analyse deuten darauf hin, dass das Treffen der AfD in Erfurt ein Signal in Richtung der völkisch-nationalistischen Positionen Höckes darstellt.

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