Opfer des Würzburger Axtanschlags berichten von nachhaltigen psychischen Narben

Opfer des Würzburger Axtanschlags berichten von nachhaltigen psychischen Narben

Juli 12, 2026
1 min. lesezeit

Am 18. Juli 2016 griff ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling Reisende in einem Zug bei Würzburg mit einer Axt und einem Messer an. Bei dem Anschlag wurden vier asiatische Urlauber, darunter eine Familie aus China, schwer verletzt. Der Täter floh anschließend und wurde von der Polizei erschossen, nachdem er auch eine Spaziergängerin attackiert hatte. Die Tat wurde von der Terrormiliz IS als islamistischer Anschlag reklamiert und gilt als Erster ihrer Art in Deutschland.

Sechs Jahre nach dem Vorfall teilen die Opfer ihre Erfahrungen und die langanhaltenden psychischen Folgen. Eine 36-jährige Chinesin, die noch immer unter den Folgen leidet, berichtet, dass der Angriff ihre Gesundheit nachhaltig beeinträchtigt hat. Ihr Name und der ihrer Familie wurden aus Sicherheitsgründen nicht genannt. Die Frau und ihr Mann leben mittlerweile in Hongkong und blicken zurück auf die Unterstützung, die sie während ihrer Genesung in Deutschland erhielten.

Die Verletzten zählten ursprünglich zu einer Gruppe von etwa 30 Personen im Zug. Die Familie war auf dem Weg nach Würzburg, als der Angriff begann. Neben den schwerverletzten Opfern berichteten weitere Passagiere von leichten Verletzungen durch Stürze in der Panik. Insgesamt gab es bei dem Anschlag fünf Schwerverletzte, die teilweise lebensbedrohliche Traumen erlitten.

Der Täter war als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. Zuvor hatte er in einer Bäckerei ein Praktikum absolviert. Ermittlungen zeigten, dass es keine vorherige Verbindung zwischen dem Täter und seinen Opfern gab. Die Angriffe fanden ohne Vorwarnung statt.

Nach dem Anschlag entwickelte sich eine Gemeinschaft zwischen den Opfern und der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Würzburg. Diese bot nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch emotionale Unterstützung. Die 36-Jährige hebt hervor, dass trotz der Tragödie das Mitgefühl der Menschen in Würzburg ihr und ihrer Familie geholfen habe, die Herausforderungen der Vergangenheit zu bewältigen.

Sie betonen, dass die Narben bleiben, aber sie sich nicht von dem Vorfall bestimmen lassen. Der Jahrestag des Angriffs wird für die Betroffenen zur Erinnerung, doch sie möchten mit den Dankesworten und Erfahrungen auch Hoffnung vermitteln. Trotz der Erinnerung an den Angriff blicken sie positiv in die Zukunft und schätzen die Hilfe, die ihnen zuteilwurde.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Nicht verpassen

Umweltverbände fordern von der Bundesregierung einen Klima-Aktionsplan

Umweltverbände fordern von der Bundesregierung einen Klima-Aktionsplan

Umweltverbände fordern von der Bundesregierung einen…
Experten raten Linnemann von Zwangsfusionen kleiner Krankenkassen ab

Experten raten Linnemann von Zwangsfusionen kleiner Krankenkassen ab

Experten haben Carsten Linnemann, dem Gesundheitsminister,…
Deutscher Städte- und Gemeindebund fordert 40 Milliarden Euro für Klimaanpassungsmaßnahmen

Deutscher Städte- und Gemeindebund fordert 40 Milliarden Euro für Klimaanpassungsmaßnahmen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert…