Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat das bundeseigene Energieunternehmen SEFE am Dienstagabend angewiesen, vermehrt Erdgas einzuspeichern. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge verband den Schritt mit der Sorge, dass für Gaskunden höhere Kosten entstehen könnten.
Hintergrund sind die niedrigen Füllstände der deutschen Speicher: Ende September lag der Stand bei knapp 58 Prozent, ein Jahr zuvor waren es zum selben Zeitpunkt knapp 77 Prozent.
Nach der Vorgabe soll SEFE bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas beschaffen und einlagern. Die deutschen Speicher haben laut dem Branchenverband Initiative Energien Speichern eine Gesamtkapazität von rund 247 Terawattstunden.
Dröge sagte der Rheinischen Post: „seit Beginn des Iran-Krieges im Februar sei absehbar gewesen, dass die Gasversorgung im Winter herausfordernd werde“. Sie fügte mit Blick auf die Anweisung hinzu: „Jetzt kaufe die Ministerin zu hohen Preisen ein, während die Rechnung von allen Gaskunden bezahlt werde“.
Normalerweise wird Erdgas für den Winter in den Sommermonaten eingekauft, wenn es günstiger ist. Die Bundesregierung plant außerdem eine strategische Gasreserve; mit ihrem Aufbau soll 2027 begonnen werden.