Insgesamt 13 Fachleute und Politiker haben in den letzten fünfeinhalb Monaten Vorschläge zur Reform der Rentenversicherung erarbeitet. Diese 30 Empfehlungen, die am Dienstag an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben werden, sehen unter anderem höhere Renten für jüngere Generationen und entsprechend höhere Beiträge vor.
Das Grundkonzept der Kommission sieht vor, dass zukünftig sowohl die Anzahl der Einzahlenden als auch das Rentenalter steigen sollen. Alterseinkommen soll auf diese Weise über die Zeit stabiler gehalten werden. Nach den Plänen der Kommission könnte das reguläre Rentenalter bis zum Jahr 2051 auf 68 Jahre angehoben werden. Die frühzeitige Altersrente nach 45 Beitragsjahren, bekannt als „Rente mit 63“, soll abgeschafft werden, jedoch wird eine Ausnahmeregelung für Personen mit belastenden Arbeitsbiografien in Betracht gezogen.
Zentraler Teil des Reformpakets ist die Einführung einer neuen Kapitalsäule, in die künftig ein Teil der Rentenbeiträge am Aktienmarkt investiert wird. Dies soll schrittweise von 0,5 Prozent auf 2 Prozent des Bruttolohns ausgebaut werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen jeweils die Hälfte der Beiträge leisten. Die durch diese Anlage erwirtschafteten Erträge sollen dazu beitragen, das Rentenniveau langfristig zu stabilisieren.
Der Vorschlag sieht vor, dass auch Politiker künftig in die Rentenkasse einzahlen müssen. Dies betrifft unter anderem Bundestags- und Landtagsabgeordnete. Um die Rente auch auf die Selbstständigen auszudehnen, sollen spezifische Regelungen erarbeitet werden. Die grundsätzliche Engagementpolitik der Regierung beinhaltet auch Maßnahmen gegen Altersarmut und eine stärkere Einbeziehung von Grundsicherungsleistungen.
Die Rentenreform ist Teil eines umfassenderen Reformpakets, das zusätzlich auf steuerliche Entlastungen und Impulse für den Arbeitsmarkt abzielt. Die Koalitionsregierung plant, mit diesen Maßnahmen ein positives Signal an die Bevölkerung zu senden und gleichzeitig der wirtschaftlichen Entwicklung ein neues Fundament zu geben.