Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine europäische Alternative zur US-Überwachungssoftware Palantir gefordert. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ machte er darauf aufmerksam, dass sich immer mehr Kriminalität ins Internet verlagere. Er betonte die Notwendigkeit, bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität moderne Technologien einzusetzen, um Täter schneller zu identifizieren.
Reul sieht in der Auswertung von Videoüberwachungsmaterial sowie in der Analyse von Ermittlungsdaten eine Möglichkeit, Kriminalität nicht nur effektiver zu bekämpfen, sondern auch präventiv zu agieren. „Es wäre Wahnsinn, das Rad zurückzudrehen und darauf zu verzichten“, erklärte er. Er stellte jedoch klar, dass eine europäische Lösung der bevorzugte Weg sei.
Mit Blick auf die Überlegungen des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt (CSU), ebenfalls Palantir-Technologie einzusetzen, äußerte Reul, dass auch der Bund an einer europäischen Lösung interessiert sei. Er wies darauf hin, dass solche Technologien in Deutschland generell sinnvoll seien, jedoch die Leistung einer europäischen Alternative mit der von Palantir konkurrieren müsse.