Rund 31.000 Menschen demonstrieren gegen AfD-Parteitag in Erfurt

Rund 31.000 Menschen demonstrieren gegen AfD-Parteitag in Erfurt

Juli 4, 2026
1 min. lesezeit

In Erfurt haben sich am Samstag, dem 4. Juli 2026, rund 31.000 Menschen an Protesten gegen den Bundesparteitag der AfD beteiligt, so die Polizei. Verschiedene Bündnisse, darunter „Zusammenstehen“ und „Widersetzen“, berichteten von bis zu 50.000 Demonstranten. Trotz der massiven Protestbewegung begann der Parteitag pünktlich in der Messehalle, wo die AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Tino Chrupalla wiedergewählt wurden.

Vor der Messehalle sammelten sich bis zum Nachmittag zahlreiche Demonstranten. Die Polizei berichtete von gelegentlichen Scharmützeln an den Absperrungen, in einigen Fällen kam es zum Einsatz von Pfefferspray. Berichte des Portals „Apollo News“ zufolge sei ein Team von Journalisten angegriffen worden. Ein Journalist musste mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem Flaschen auf ihn geworfen wurden. Darüber hinaus gab es Angriffe auf ein Bürgerbüro der AfD sowie auf Polizisten, die mit Pyrotechnik und Farbbeuteln beworfen wurden.

Die Protestaktionen wurden von Gewerkschaften und Initiativen organisiert, unter anderem sprachen Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), DGB-Chefin Yasmin Fahimi und Katrin Göring-Eckardt (Grüne) vor den Demonstranten. Nach Befürchtungen, es könnte zu Gewalt kommen, wurden die Demonstrationen jedoch weitgehend friedlich durchgeführt. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) äußerte sich zufrieden über den Verlauf der Proteste und betonte die bunte und laute Stimmung.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch Unterstützungskräfte aus anderen Bundesländern und der Bundespolizei waren vor Ort. Um Blockaden zu vermeiden, seien Hunderte AfD-Delegierte bereits in den frühen Morgenstunden mit Bussen zum Parteitagsgelände gefahren. In den sozialen Medien hatten Aktivisten angekündigt, den Parteitag durch Blockaden zu stören.

Zeitgleich zu den Protesten kam es zu Sitzblockaden auf der Autobahn 71 und in der Innenstadt von Erfurt. Das Bündnis „Widersetzen“ erklärte, dass es gezielt Blockaden eingesetzt habe, um die Zufahrtswege zum Parteitag zu behindern. Nach Angaben der Stadt wurde die Blockade an der Autobahn am Nachmittag wieder aufgelöst, und der Verkehr konnte zurückkehren.

Das Oberverwaltungsgericht hatte zuvor ein Demonstrationsverbot auf bestimmten Zufahrtsstraßen in der Umgebung des Parteitags bestätigt, um den Zugang für die Delegierten zu gewährleisten. Dies war eine Reaktion auf Ankündigungen, die Veranstaltung durch Straßenblockaden verhindern zu wollen.

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