Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat wegen der niedrigen Pegelstände in Deutschland die Bundesländer zu massiven Investitionen in die Wasserinfrastruktur aufgerufen und eine Sonderkonferenz in Berlin angekündigt. Dort wolle er gemeinsam mit EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall über einen neuen Umgang mit Wasser sprechen.
Schneider äußerte sich alarmiert über die Lage und sagte, die Situation am Rhein und am Bodensee sei eine dramatische Belastung für Natur und Wirtschaft. Deutschland brauche einen anderen Umgang mit Wasser, erklärte der Minister.
Zu dem Treffen an diesem Montag in Berlin werden Vertreter der Länder, von Unternehmen und Verbänden erwartet. Schneider sagte zugleich, die technische Wasserinfrastruktur müsse modernisiert werden.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde erreichen die Wasserstände an zahlreichen Pegeln des Rheins bereits neue Tiefstwerte. Eine Entspannung wird demnach auch in der ersten Oktoberhälfte nicht erwartet.
Der Rhein ist eine zentrale Transportachse für Rohstoffe, Energieträger und industrielle Vorprodukte. Nach Angaben der Bundesnetzagentur können Binnenschiffe Kohlekraftwerke insbesondere in Süddeutschland derzeit nur mit reduzierten Ladekapazitäten beliefern; Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Kraftwerke gebe es bislang aber nicht.