CSU-Chef Markus Söder hat am Samstag auf dem Katholikentag in Würzburg vor einem möglichen Scheitern der aktuellen schwarz-roten Koalition in Berlin gewarnt. Er betonte, dass ein weiterer Misserfolg einer demokratischen Regierung Deutschland auf einen „Weimarer Weg“ führen könnte. Die Weimarer Republik, die erste demokratische Regierungsform Deutschlands, endete 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Söder fügte hinzu, dass die gegenwärtige Situation nicht identisch, aber bedenklich ähnlich sei und warnte vor den Folgen einer Minderheitsregierung. Diese könnte seiner Meinung nach nur die Vorstufe zu Neuwahlen sein, welche möglicherweise extreme politische Parteien begünstigen.
Söder äußerte zudem, dass die Alternative für Deutschland (AfD) aufgrund weit verbreiteter Sorgen um gesellschaftliche Veränderungen und Angst vor sozialem Abstieg an Zustimmung gewinne. Er bezeichnete die AfD als „schlimmste rechte Organisation in ganz Europa“ und wies darauf hin, dass diese Radikalität aus der Angst der Wähler resultiere. Der bayerische Ministerpräsident betonte die Verantwortung aller politischen Akteure, die Demokratie zu bewahren, und forderte dazu auf, über den eigenen Schatten zu springen.
Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa liegt die AfD mit 29 Prozent auf einem Rekordhoch. Die Union, bestehend aus CDU und CSU, fällt auf 22 Prozent, was den niedrigsten Wert seit mehr als vier Jahren darstellt. Das Umfrageergebnis zeigt einen Abstand von sieben Punkten zwischen den beiden Parteien. Die SPD verliert ebenfalls und könnte bei einer Bundestagswahl lediglich 12 Prozent erhalten. In einer Umfrage könnten die AfD zwischen 25 und 28 Prozent erzielen, während die Union Werte zwischen 22 und 24 Prozent erreicht. Die Daten beruhen auf den Antworten von 1.203 Befragten und spiegeln die Meinungsumfragen des momentanen Zeitraums wider.