SPD-Wirtschaftsforum fordert die Einrichtung eines nationalen Desinformationsabwehrzentrums

SPD-Wirtschaftsforum fordert die Einrichtung eines nationalen Desinformationsabwehrzentrums

Juni 25, 2026
1 min. lesezeit

Das Wirtschaftsforum der SPD fordert die Schaffung eines nationalen Desinformationsabwehrzentrums. In einem Positionspapier, das in mehreren Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitiert wird, kritisiert der mit der SPD verbundene Berufsverband die unzureichenden Maßnahmen zur Bekämpfung der digitalen Desinformation und deren Folgen für die Wirtschaft.

Die Vizepräsidentin des Wirtschaftsforums, Nora Heer, erklärte, dass Desinformation durch generative künstliche Intelligenz schneller und kostengünstiger verbreitet werde, während staatliche Reaktionen oft fragmentiert blieben. Sie betont, dass die größte Herausforderung nicht die Technologie sei, sondern die Koordination zwischen verschiedenen Institutionen. Heer forderte eine Zusammenführung bestehender Kompetenzen aus Sicherheitsbehörden, Medienaufsicht und Verwaltung in einer gemeinsamen Echtzeit-Architektur. Desinformation agiere in Minuten, staatliche Strukturen oft in Haushaltsjahren, so Heer.

Das Positionspapier warnt davor, dass digitale Desinformation ein handfestes Risiko für die deutsche Wirtschaft darstellt. In den letzten Jahren habe sich diese Problematik zu einer der größten Herausforderungen für demokratische Gesellschaften entwickelt, insbesondere durch koordinierte und gezielte Desinformationskampagnen, die häufig staatlicher oder staatlich unterstützter Herkunft seien.

Aktuell existieren in Deutschland mehrere Institutionen, die sich mit den Gefahren im digitalen Bereich befassen. Allerdings werden diese nur als erste Ansätze zur Koordination und Analyse angesehen. Das geforderte nationale Desinformationsabwehrzentrum soll laut dem Wirtschaftsforum vier zentrale Aufgaben übernehmen: die Früherkennung von Desinformationskampagnen, die Koordination von Gegenmaßnahmen zwischen Staat, Plattformen, Medien und Zivilgesellschaft, die Stärkung gesellschaftlicher Resilienz durch Bildungsprogramme sowie die Entwicklung praxisnaher Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft in kritischen Bereichen. Darüber hinaus befürwortet das Wirtschaftsforum Investitionen in technologische Innovationen, einschließlich KI-basierter Systeme.

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