Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette, die sich seit Mitte 2025 wegen schwerer Raubüberfälle vor Gericht verantworten muss, ihre Schlussplädoyers gehalten. Klette wird vorgeworfen, zusammen mit zwei mutmaßlichen Komplizen über einen Zeitraum von 17 Jahren zahlreiche Überfälle verübt zu haben. Der Prozess findet am Landgericht Verden statt und zieht viel Aufmerksamkeit auf sich, nicht nur wegen der anklagten Taten, sondern auch aufgrund der brisanten Beweise, die bei Klettes Festnahme im Jahr 2024 sichergestellt wurden.
Die Angeklagte wird beschuldigt, seit 1999 Aufträge für Überfälle in ganz Deutschland organisiert und ausgeführt zu haben. Beispielsweise steht ein Überfall auf einen Geldtransporter in Stuhr im Fokus, bei dem mehrere Schüsse gefallen sind. Die Staatsanwältin Annette Marquardt bezeichnete die Vorwürfe als schwerwiegend und wies darauf hin, dass Klette eine zentrale Rolle bei der Planung und Durchführung der Taten gespielt habe.
Die Beweislage ist laut Staatsanwaltschaft belastend. Bei ihrer Festnahme entdeckten Beamte in Klettes Wohnung zahlreiche Waffen, Munition sowie große Mengen Bargeld und Gold. Zudem fanden die Ermittler Skizzen und Aufzeichnungen, die eine präzise Planung der Überfälle dokumentieren. Klette wird beschuldigt, die Überfälle geplant und dabei den Kontakt zu ihren Komplizen gehalten zu haben.
Die Verteidigung bestreitet die Vorwürfe teils und steht gegen die Art und Weise, wie der Prozess geführt wird. Eine Entscheidung des Gerichts über das weitere Vorgehen sowie die mögliche Verurteilung von Klette wird für Ende Mai erwartet. In Betracht ziehen die Richter dabei das Gewicht der vorgeworfenen Taten. Klette drohen langjährige Haftstrafen aufgrund der Schwere der Anklage, die den versuchten Mord, Raub und Waffendelikte umfasst.