Anisimova und Sabalenka hoffen auf den großen Coup
Anisimova und Sabalenka hoffen auf den großen Coup

Anisimova und Sabalenka hoffen auf den großen Coup

September 6, 2025
2 min. lesezeit

Amanda Anisimova und Titelverteidigerin Aryna Sabalenka bestreiten am Samstagabend das Finale der US Open. Für beide wäre der Sieg ein ganz besonderer Coup.

Im Moment ihres zweiten Finaleinzugs auf der Grand-Slam-Bühne kniete Amanda Anisimova auf dem blauen Hartplatz nieder. Ein paar Mal schlug sie mit der Hand auf den Boden. Dann beugte sich die amerikanische Tennisspielerin nach vorn, legte ihre Stirn ab und hielt inne. Was für einen Unterschied acht Wochen machen können.

Keine zwei Monate nach dem denkwürdigen 0:6, 0:6 und Tränen im Wimbledon-Endspiel kann Anisimova bei den US Open am Samstag das so oft strapazierte Tennis-Märchen schreiben. Eindrucksvoll zeigte sie bei ihrem packenden Halbfinalsieg über Naomi Osaka, dass sie sich von Wimbledon erholt hat.

Mit einem Erfolg gegen Titelverteidigerin und Topfavoritin Aryna Sabalenka kann sie sich als US-Open-Siegerin in die Tennis-Geschichte eintragen. Im Wimbledon-Halbfinale hatte sie die Nummer eins der Tennis-Welt besiegt.

„Bin einfach nur aufgeregt“

„Ich bin jetzt im Finale und versuche, mich darauf vorzubereiten. Ich bin einfach nur aufgeregt – es ist etwas ganz Besonderes,“ erklärte Anisimova, die Nummer neun der Welt aus dem US-Bundesstaat New Jersey.

Erfolgreich hatte sie im Duell mit Osaka gegen die negativen Gedanken angekämpft, mit denen sie ins Match gegangen war. Dabei hatte sie einst als Teenagerin die Tenniswelt begeistert. Im Alter von 17 stand sie im Halbfinale der French Open, wenig später starb ihr Vater und Trainer Konstantin mit 52 Jahren. 

Mentale Probleme und Burnout

Anisimova kehrte nach einer kurzen Auszeit auf die Tennis-Tour zurück, doch sie verlor irgendwann die Lust. Im Mai 2023 teilte sie mit, dass sie mit mentalen Problemen und Burnout kämpfe. „Es ist für mich unerträglich, bei Tennisturnieren zu sein“, schrieb sie bei Instagram und pausierte. Und mit dem Wimbledon-Finale musste sie sich zwangsläufig auseinandersetzen. Am 12. Juli war sie gegen Iga Swiatek überfordert gewesen, hatte danach bitterlich geweint. Eine solche Schmach hatte es zuvor nur 1911 beim Rasenklassiker gegeben.

Das Drama war nicht vergessen, als Anisimova im Viertelfinale der US Open der Polin Swiatek erneut begegnete. Sie revanchierte sich gegen Swiatek in zwei Sätzen. Auf ihr nächstes Grand-Slam-Finale gegen Sabalenka fühlt sie sich besser vorbereitet. „Ich habe wirklich an mir gearbeitet, um mit solchen Momenten umgehen zu können und an mich zu glauben, auch wenn es sich so anfühlt, als gäbe es nichts, woran man glauben könnte.“ Schon den Halbfinaleinzug hatte sie als „surreal“ bezeichnet.

Widerlegt Sabalenka die Statistik?

Auch für Aryna Sabalenka könnte sich ein Titelgewinn in New York surreal anfühlen. Zwar geht die Nummer eins der Tennis-Welt als Titelverteidigerin an den Start – zu einem Grand-Slam-Erfolg hat es in diesem Jahr aber noch nicht gerreicht. Die Belarusin könnte ihre Saison nach zwei Endspiel-Niederlagen bei den Australian Open und den French Open sowie dem Halbfinal-Aus in Wimbledon doch noch mit einer Grand-Slam-Trophäe krönen. „Ich werde rausgehen, und für jeden Punkt kämpfen, als wäre es der letzte in meinem Leben“, kündigte sie an. 

Sollte sie erneut den Titel gewinnen, „werde ich wohl die glücklichste Person auf Erden sein“, sagte Sabalenka. Die Statistik der vergangenen zehn Jahre spricht allerdings gegen Sabalenkas Glück. Seit 2015 gelang es nur Naomi Osaka, zwei Titel in Flushing Meadows zu gewinnen (2018, 2020).

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