Von Datenmissbrauch über Urheberrechtsprobleme: Wo Gefahren bei der aktuellen Nutzung von Chatbots wie ChatGPT lauern.
Von Datenmissbrauch über Urheberrechtsprobleme: Wo Gefahren bei der aktuellen Nutzung von Chatbots wie ChatGPT lauern.
„Die Einführung des 4o-Bildgenerators von ChatGPT zeigt, wie leistungsfähig KI geworden ist. Mit nur wenigen Klicks können Sie ikonische künstlerische Stile nachbilden“, sagt der KI-Experte Christoph C. Cemper, Gründer von AIPRM. Tatsächlich entfachte die Veröffentlichung noch einmal starke Nachfrage, binnen einer Stunde registrierte der Chatbot aus dem Hause OpenAI eine Million neue Nutzerinnen und Nutzer.
Zwei auf dem Bildgenerator basierende Trends sind dabei ins Auge gestochen: Einerseits die Flut an Bildern im Stile des japanischen Zeichentrickfilmstudios Ghibli und andererseits die vielen, vielen neuen Actionfiguren, die ChatGPT ausspuckte.
Vier zentrale Risiken
So populär die Funktion ist, so gut sollte man es sich überlegen, Bilder zu generieren, sagt Christoph C. Cemper. Er macht aktuell zumindest vier zentrale Risiken aus.
- „Ihr Gesicht wird zu Daten – und Daten können reisen“.
- „Ihr Bild kann Teil einer Deepfake-Epidemie werden“.
- „Sie könnten in einem Copyright-Minenfeld landen“.
- „Sie geben möglicherweise mehr Rechte ab, als Ihnen bewusst ist“.
„Aktiv gegen Sammlung entscheiden“
So würde OpenAI klarmachen, dass es zwei Arten von Daten sammle. Einerseits Informationen, die von Nutzern kommen – also eben persönliche Daten wie Name, E-Mail-Adresse oder eben hochgeladene Fotos – und andererseits automatisiert erhobene Daten wie jene zum verwendeten Gerät oder Zeiterfassungen.
„Wenn Sie sich nicht aktiv gegen die Sammlung von Trainingsdaten durch ChatGPT entscheiden oder die Löschung Ihrer Daten über die Einstellungen beantragen, können diese ohne ausdrückliche Zustimmung gespeichert und verwendet werden“, sagt Cemper.
Datenschutz- und Urheberrechtsrisiken
Zusammenfassend kann man also sagen: Das Generieren bestimmter KI-Bilder ist reizvoll – aber es gibt ernsthafte Datenschutz- und Urheberrechtsrisiken. Wer mitmacht, sollte sich jedenfalls die Nutzungsbedingungen genau ansehen und sich bewusst machen, was mit dem eigenen Bildmaterial passieren kann.
Viele KI-Plattformen verbergen im Kleingedruckten nämlich weitreichende Lizenzbedingungen oder verwenden vage Formulierungen, die ihnen weitreichende Rechte zur Vervielfältigung, Veränderung und sogar zur kommerziellen Verbreitung der eingereichten Inhalte einräumen. Das bedeutet, dass Bilder von Nutzern – oder KI-generierte Versionen davon – rasch im Marketing, in Datensätzen oder als Teil des zukünftigen KI-Modelltrainings landen könnten.