EU-Energiekommissar Dan Jørgensen fordert, Europa müsse sich von Öl und Gas lösen und die Energiewende beschleunigen. In einem Gastbeitrag verweist er auf eine neue Energiekrise und auf die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie eines Konflikts in der Golfregion für das europäische Energiesystem.
Nach Angaben des Beitrags hat die EU seit Beginn des Konflikts mehr als 100 Milliarden Euro zusätzlich für importiertes Öl und Gas ausgegeben als im selben Zeitraum ein Jahr zuvor. Zugleich sei das Energiesystem innerhalb eines Jahres um 89 Gigawatt erneuerbare Leistung erweitert worden.
Jørgensen schreibt außerdem, die EU habe erstmals mehr Strom aus Solar- und Windkraft erzeugt als aus fossilen Energieträgern. Der Gasverbrauch sei seit 2022 um rund 17 Prozent gesunken.
Der Anteil russischer Gasimporte sei nach seinen Angaben von jahrelang 40 Prozent auf etwas mehr als 10 Prozent gefallen. Dieser Anteil werde bald auf null sinken, weil ein Importverbot für russisches Gas im EU-Recht verankert worden sei.
Er verweist zudem auf die enge Koordinierung der Mitgliedstaaten bei Notfallverfahren und beim Einsatz von Öl- und Gasreserven. Nach seinen Angaben sei erneuerbare Energie seit 2023 der größte Posten privater Investitionen in europäische Infrastruktur gewesen; 2024 habe das Volumen 15,5 Milliarden Euro erreicht.
In den kommenden Monaten will die EU nach Jørgensen darlegen, wie das europäische Energiesystem in den nächsten zehn Jahren aussehen soll. Dazu sollen konkrete Ziele für erneuerbare Energien, Effizienz und Elektrifizierung bis 2040 folgen.
Jørgensen ist seit 2024 EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen. Zuvor war er in Dänemark unter Ministerpräsidentin Mette Frederiksen unter anderem Energieminister.
