Papst Franziskus wird am Samstag beigesetzt
Papst Franziskus wird am Samstag beigesetzt

Papst Franziskus wird am Samstag beigesetzt

April 22, 2025
2 min. lesezeit
Ein Rosenkranz in den übereinanderliegenden Händen des toten Papst Franziskus.

Mitteilung des Vatikan Papst Franziskus wird am Samstag beigesetzt

Papst Franziskus soll am Samstag – fünf Tage nach seinem Tod – in Rom beigesetzt werden. Seine Ruhestätte hatte der Pontifex selbst bestimmt. Zuvor erhalten Gläubige noch die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. 

Der am Ostermontag verstorbene Papst Franziskus soll am Samstag beigesetzt werden. Um zehn Uhr soll auf dem Petersplatz in Rom eine Trauermesse abgehalten werden, geleitet von Giovanni Battista Re, dem Dekan des Kardinalskollegiums. Auf den Termin für die Beisetzung hatte sich am Vormittag ein Kardinalkollegium in Rom geeinigt, wie der Vatikan mitteilte.

Tilmann Kleinjung, ARD Rom, zu der geplanten Beisetzung von Papst Franziskus

tagesschau, 22.04.2025 12:00 Uhr

Papst bestimmte letzte Ruhestätte in Testament

Der Pontifex soll nicht, wie viele Päpste vor ihm, in der Krypta unter dem Petersdom beigesetzt werden, sondern in der Basilika Santa Maria Maggiore. Das hatte Papst Franziskus in seinem Testament festgehalten. Auf seinem Grab soll nur sein Name stehen: Franciscus. Die Kosten für die Beisetzung seien durch Spenden gedeckt. In der Basilika gibt es bereits Gräber früherer Päpste. Der letzte Pontifex wurde hier vor mehr als 350 Jahren beigesetzt.

Papst Franziskus, mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio, hatte das höchste Amt der katholischen Kirche mehr als zwölf Jahre lang inne. Noch am Ostersonntag hatte er den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ gespendet und in seiner Osterbotschaft Stellung gegen Krieg und Antisemitismus bezogen. Die Botschaft trug jedoch der Erzbischof Diego Ravelli vor.

Am Ostermontag starb Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren – wie der Vatikan mitteilte, an den Folgen eines Schlaganfalls. Nachdem der Tod bereits am Morgen bekanntgegeben worden war, wurde er am Montagabend im Vatikan im Rahmen eines einstündigen Ritus noch einmal offiziell festgestellt. Dann wurde der Leichnam in den Sarg gelegt. Dazu wurde die Sterbeurkunde verlesen. Kardinalkämmerer Kevin Farrell beglaubigte die Todesurkunde. Die Wohnräume des Papstes sowie seine Arbeitszimmer im Apostolischen Palast wurden versiegelt. Erst der neue Pontifex darf diese Siegel brechen.

Leichnam am Mittwoch im Petersdom

Seit den Morgenstunden ist der Leichnam des Pontifex in der Kapelle seiner Residenz Santa Marta im Vatikan aufgebahrt. An dem offenen Sarg können Kardinäle, Angehörige der Kurie und Angestellte des Vatikans Abschied nehmen. Der Sarg steht in der Kapelle vor einem Altar, an dem Franziskus häufig die Frühmesse zelebriert hatte. Der tote Papst trägt ein rotes Gewand und eine weiße Bischofsmitra. Um die gefalteten Hände ist ein Rosenkranz geschlungen. Rechts und links wacht ein Mitglied der Schweizer Garde. 

Der Vatikan bestätigte zusammen mit dem Termin für die Beisetzung auch, dass der Leichnam am Mittwoch in einer Prozession in den Petersdom überführt werden soll. Dort haben dann Gläubige die Gelegenheit, Abschied von Papst Franziskus zu nehmen.

Anders als bei seinen Vorgängern soll Papst Franziskus‘ Leichnam nicht auf einem Katafalk aufgebahrt werden. Wie auch in Bezug auf seine letzte Ruhestätte hatte das Kirchenoberhaupt in seinem Testament eine schlichteres Verfahren verfügt. Die Gläubigen werden den verstorbenen Pontifex in einem einfachen Holzsarg liegend sehen, ohne den päpstlichen Bischofsstab als Herrschaftssymbol neben dem Sarg. 

Konklave beginnt wohl im Mai

Trotz der Novendiale, der neuntägigen Trauerzeit nach dem Tod eines Papstes wird bereits über einen möglichen Nachfolger spekuliert. Das Konklave, bei welchem ein neuer „Heiliger Vater“ gewählt wird, soll voraussichtlich im Mai stattfinden. Wahlberechtigt sind nach aktuellen Stand 135 Kardinäle aus aller Welt unter 80 Jahren. Dazu gehören auch drei Deutsche: der Kardinal von München und Freising, Reinhard Marx, der Kardinal von Köln, Rainer-Maria Woelki und der Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller. Die Kardinäle wurden bereits vom Dekan des Kardinalskollegiums, Battista Re, nach Rom einberufen. 

Das Konklave mit seinen streng geheimen Wahlgängen kann nach wenigen Stunden vorbei sein, aber auch Tage dauern: Ein Zeitlimit gibt es nicht. Zur Wahl benötigt der neue Pontifex eine Zweidrittelmehrheit. Wenn er gewählt ist, steigt aus einem Schornstein weißer Rauch auf.

Lisa Weiß, ARD Rom, tagesschau, 22.04.2025 11:58 Uhr

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