Wahl des neuen Papstes geht weiter
Wahl des neuen Papstes geht weiter

Liveblog zum Konklave: Wahl des neuen Papstes geht weiter

Mai 8, 2025
12 min. lesezeit
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Eine Möwe fliegt über den Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle

Gestern stieg schwarzer Rauch über der Sixtinischen Kapelle auf. Das bedeutet, dass es noch keinen neuen Papst gibt. Heute setzen die 133 Kardinäle ihre Abstimmungen fort – und wählen bis zu vier Mal.

Die wichtigsten Entwicklungen im Liveblog:

  • Schwarzer Rauch über der Sixtinischen Kapelle
  • Tür der Sixtinischen Kapelle verschlossen
  • Konklave im Vatikan hat begonnen
  • Tausende Journalisten berichten über Konklave
  • Mehrere Favoriten für Papstamt

Wahl des neuen Papstes geht weiter

Die Wahl des neuen katholischen Kirchenoberhaupts geht weiter. Nach einem ersten erfolglosen Wahlgang gestern setzen die 133 Kardinäle das Konklave heute im Vatikan fort. Bis zu vier Mal stimmen die hochrangigen Kirchenmänner dabei über einen neuen Papst ab – zweimal am Vormittag und zweimal am Nachmittag.

Nach erfolgreicher Wahl steigt weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle auf. Sind zwei Wahlgänge hintereinander erfolglos, wird dies mit schwarzem Rauch angezeigt. Das aktuelle Konklave ist das teilnehmerstärkste und internationalste der Kirchengeschichte. Der Großteil der Papstwähler stammt aus Europa. Geleitet wird es vom ranghöchsten Kardinalbischof unter 80 Jahren, dem Italiener Pietro Parolin (70).

Tausende auf dem Petersplatz warten auf Rauchzeichen

Mehrere Zehntausend Menschen warten auf dem Petersplatz auf das Rauchzeichen nach dem ersten Wahlgang zur Bestimmung eines neuen Papstes. Es strömen weitere Menschen auf den Platz. Bei einer erfolgreichen Wahl steigt weißer Rauch aus einem eigens installierten Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle. Kommt die nötige Mehrheit nicht zustande, steigt schwarzer Rauch auf. Sendungsbild

Kampf für mehr Mitbestimmung: Frauen lassen rosa Rauch steigen

Bevor das Konklave richtig gestartet ist stieg in Rom erst einmal rosa Rauch auf: Auf einem Hügel mit Blick auf den Petersdom erzeugten Aktivistinnen mit Hilfe von Fackeln den gefärbten Qualm. Sie wollten damit ein Zeichen für mehr Rechte für Frauen in der katholischen Kirche setzen. „Während die Welt auf weißen oder schwarzen Rauch warten mag, senden wir rosa Rauch in der Hoffnung, dass die Kirche Frauen eines Tages als Gleichberechtigte willkommen heißt“, sagte Kate McElwee von der Women’s Ordination Conference (WOC), die für die Gleichstellung von Frauen in der katholischen Kirche kämpft. „Wir senden den Kardinälen die Botschaft, dass sie nicht weiterhin 50 Prozent der katholischen Bevölkerung ignorieren können“, sagte die Aktionsteilnehmerin Miriam Duignan. „

Vor dem Petersdom in Rom steigt rosa Rauch auf

Das Rennen gilt als offen

Seit Jahrhunderten wurde kein Papst am ersten Tag des Konklaves gewählt. Ab Donnerstag sind dann bis zu vier Wahlgänge am Tag zugelassen. Erforderlich ist mindestens eine Zweidrittelmehrheit. Das Rennen gilt als offen: Obwohl einige als mögliche Favoriten genannt wurden, sagten mehrere stimmberechtigte Kardinäle im Vorfeld, sie wüssten noch nicht, wer der nächste Papst wird. Einige Kardinäle wünschen sich einen neuen Papst, der Franziskus‘ Bemühen um eine transparentere und offenere Kirche fortsetzt. Andere streben eine Rückkehr zu traditionelleren Werten an, bei denen die Glaubenslehre im Vordergrund steht.

Tür der Sixtinischen Kapelle verschlossen

Nach dem Eid zur Geheimhaltung der Kardinäle forderte der Päpstliche Zeremonienmeister, Erzbischof Diego Ravelli, mit „Extra Omnes“ („alle hinaus“) alle nicht wahlberechtigten Personen auf, die Sixtinische Kapelle zu verlassen. Die Türe wurde von Ravelli geschlossen. Kardinal Parolin sollte danach den ersten Wahlgang einleiten.

Kardinäle legen Eid ab

Mehr als 130 Kardinäle aus aller Welt sind zu feierlichen Gesängen im Vatikan in die Sixtinische Kapelle eingezogen, um strengstens abgeschirmt von der Öffentlichkeit den Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus zu bestimmen. Unter den Deckengemälden von Michelangelo müssen sie zu Gott einen Eid schwören, dass sie Kontaktverbot und Geheimhaltung beachten. Mit den lateinischen Worten extra omnes (Alle raus) schließt sich im Anschluss die Tür.

Konklave im Vatikan hat begonnen

Im Vatikan sind die 133 wahlberechtigten Kardinäle in die Sixtinische Kapelle eingezogen. Dort werden sie eingeschlossen, um einen neuen Papst zu wählen. Im Anschluss folgt der erste Wahlgang. Die Welt blickt dann wieder auf den Schornstein der Sixtinischen Kapelle: Weißer Rauch zeigt an, wenn ein neuer Papst gewählt ist, schwarzer Rauch, dass noch keiner die nötige Zweidrittelmehrheit erhalten hat.

Großer Andrang von Journalisten auf der Petersplatz

Vor dem Einzug der Kardinäle in die Sixtinische Kapelle, wo das Konklave durchgeführt wird, sind auf einer Pressetribüne auf dem Petersplatz etwa 5.000 Journalisten akkreditiert. Auf dem Platz haben sich auch zahlreiche Schaulustige versammelt, die beobachten wollen, welche Farbe der Rauch nach dem ersten Wahlgang am Abend haben wird. Andererseits herrscht in Rom nach Worten unseres Korrespondenten, je weiter man sich vom Petersplatz entfernt, weitgehend Normalität.

Merkel wünscht sich Papst wie Franziskus

Ex-Kanzlerin Angela Merkel wünscht sich als neuen Papst jemanden, der den Kurs von Franziskus weiterführt. „Es wäre schön, wenn eine Kontinuität entstehen würde, wenn also eine nächste Enzyklika sich auch wieder mit den Gemeinschaftsgütern beschäftigen könnte oder wenn einfach dieser Faden, den er gesetzt hat, eines menschennahen Papstes fortgesponnen wird“, sagte sie in einem Podcast des Kölner Domradios.

Franziskus sei ein sehr politischer Papst gewesen, habe aber auch eine „ursprüngliche Frömmigkeit“ ausgestrahlt und es Menschen ganz einfach gemacht, Gottvertrauen zu entwickeln, sagte Merkel. Er sei mit offenen Armen auf alle zugegangen, und das habe etwas sehr Beruhigendes gehabt.

Kardinäle ziehen am Nachmittag in die Sixtinische Kapelle

Die Messe im voll besetzten Petersdom war der Auftakt zu einer möglicherweise mehrtägigen Papstwahl. Am Nachmittag ziehen die unter 80-jährigen Kardinäle in die Sixtinische Kapelle ein, um abgeschirmt von der Außenwelt ein neues Kirchenoberhaupt zu wählen. Gegen 19 Uhr wird der erste Rauch aus dem Schornstein der Sixtina erwartet. Dieser zeigt den jeweiligen Wahlausgang an – Weiß steht für einen neuen Papst, bei schwarzem Rauch wählen die Kardinäle weiter

Battista Re betont Verantwortung der Kardinäle

Bei der letzten großen Messe vor Beginn des Konklaves hat Kurienkardinal Giovanni Battista Re an die Kardinäle appelliert, einen selbstlosen Papst mit Gemeinsinn zu wählen. Im Gottesdienst erinnerte Battista Re in seiner Predigt die wahlberechtigten Kardinäle an ihre „höchste“ Verantwortung und die „herausragende Bedeutung“ ihrer Entscheidung. Die Wahl sei eine menschliche Handlung, bei der alle persönlichen Erwägungen zurückgestellt werden müssten, mahnte Battista Re. Liebe müsse ihr Denken und Handeln kennzeichnen, denn die Liebe sei „die einzige Kraft, die in der Lage ist, die Welt zu verändern“.

Es müsse der Papst gewählt werden, „den die Kirche und die Menschheit an diesem schwierigen und komplexen Wendepunkt der Geschichte benötigen“, so Battista Re. „Beten wir, dass Gott der Kirche den Papst gebe, der es am besten vermag, die Gewissen aller wie auch die moralischen und spirituellen Kräfte in der modernen Gesellschaft zu wecken.“

Gebete für einen weiteren Papst der Armen

In Quezon City im Großraum der philippinischen Hauptstadt Manila haben fast 100 Menschen dafür gebetet, dass das Konklave im Vatikan einen Papst hervorbringt, der sich um die Belange der Armen kümmert. Pastor Robert Reyes sagte zu den Gläubigen in einer kleinen, von Baracken umgebenen Kapelle, der nächste Papst solle bescheiden und integrativ sein, wie sein Vorgänger Franziskus.

Franziskus sei einzigartig gewesen, für jeden offen, „besonders für jene, die vernachlässigt, vergessen, marginalisiert, zurückgewiesen und unterdrückt sind“. Die Philippinen sind die größte römisch-katholisch geprägte Nation Asiens. Das Land wird seit Langem von Armut und Ungleichheit geplagt.

33 Monate dauerte längste Papstwahl in der Geschichte

Wie lange es dauert, bis sich die Kardinäle auf einen neuen Pontifex einigen, ist völlig offen. Die längste Papstwahl begann ab November 1268 – und dauerte 33 Monate. Schließlich übten sogar die Bewohnerinnen und Bewohner des italienischen Ortes Viterbo, in welchem das Konklave damals stattfand, Druck auf die Kardinäle aus, wie ARD-Korrespondent Eckhart Querner berichtet. Sie schränkten etwa die Essensrationen für die Kardinäle ein

Gottesdienst vor Konklave gestartet

Im Petersdom wird die letzte große Messe vor Beginn des Konklaves abgehalten. Der Gottesdienst „Pro eligendo Romano Pontefice“ („Zur Wahl des Römischen Pontifex“) wird vom Dekan des Kardinalkollegiums geleitet, dem Italiener Giovanni Battista Re.

Papst Franziskus – sein Leben in Bildern

Am Ostermontag war Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war mehr als zwölf Jahre lang das Oberhaupt der katholischen Kirche. Ein Rückblick auf sein Leben in Bildern.

Foto der Familie Bergoglio.

Jorge Mario Bergoglio – so der bürgerliche Name von Franziskus – kommt am 17. Dezember 1936 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zur Welt. Der Vater war aus Italien eingewandert und arbeitete bei der Eisenbahn, auch die Mutter hatte italienische Wurzeln. Auf diesem undatierten Foto ist der spätere Papst (hinten in der Mitte) mit seiner Familie zu sehen.

Jorge Mario Bergoglio (r.) mit zwei Schulkameraden in der Technischen Schule.

Bergoglio zieht es nicht direkt in die Theologie, er macht zunächst eine Ausbildung zum Chemietechniker. Hier ist er (rechts im Bild) mit zwei Schulkameraden an der Technischen Schule in Buenos Aires zu sehen.

Jorge Mario Bergoglio

Mit 22 Jahren schließt er sich den Jesuiten an. An einer Ordenshochschule erwirbt er Abschlüsse in Philosophie und katholischer Theologie und lehrt an Jesuiten-Hochschulen Psychologie und Literatur – dieses Foto stammt aus der Zeit. Im Dezember 1969 wird Bergoglio zum Priester geweiht. Nur vier Jahre später, mit gerade mal 36 Jahren, machen ihn die Jesuiten zum Provinzial und damit führenden Kopf des Ordens in Argentinien.

Priester Jorge Mario Bergoglio ist in einem Album von 1986 sowie auf einer Postkarte zu lesen.

Während der Militärdiktatur wechselt er vom Provinzial zum Leiter der theologischen Fakultät der Universität San Miguel in Buenos Aires. Bis 1986 hat er diese Aufgabe inne. Ins selbe Jahr fällt ein mehrwöchiger Aufenthalt in Rothenburg ob der Tauber, wo er Deutsch lernt. Hier ist ein Eintrag mit seinem Namen in einem Album der Familie zu sehen, bei der er damals wohnte – und eine Postkarte, die er ihr 1987 schrieb.

Papst Johannes Paul II. und Kardinal Jorge Mario Bergoglio

1992 wird Bergoglio zum Bischof ernannt, seit 1997 ist er Erzbischof von Buenos Aires. Johannes Paul II. macht ihn am 21. Februar 2001 zum Kardinal: Er überreicht ihm und anderen Kirchenmännern aus aller Welt auf dem Petersplatz das rote Kardinalsbirett.

Jorge Mario Bergoglio im Gespräch mit einem Passanten während einer Fahrt in der U-Bahn in Buenos Aires.

Die Nähe zu den Menschen ist Bergoglio wichtig. In Buenos Aires ist er dafür bekannt, dass er statt einer Bischofsresidenz ein einfaches Appartement bewohnt – und auch als Erzbischof nutzt er weiter die U-Bahn.

Kardinal Jorge Mario Bergoglio bei einem Besuch in der Barracas-Siedlung in Buenos Aires.

Eines seiner wichtigsten Themen: Der Kampf gegen die Armut. Immer wieder prangert er die Verarmung der argentinischen Gesellschaft an und forderte mehr Aufmerksamkeit für das Thema. Hier ist er bei einem Besuch des Barracas-Viertels in Buenos Aires zu sehen.

Papst Franziskus grüßt die Gläubigen auf dem Petersplatz.

Nachdem Papst Benedikt XVI. im Februar 2013 aus Alters- und Gesundheitsgründen seinen Rücktritt angekündigt hatte, wird mit Bergoglio ein bis dahin eher unbekannter Kardinal zum neuen Papst gewählt. Auch seine Wahl des Namens Franziskus überrascht. Die Bezugnahme auf Franz von Assisi ist dem Argentinier ein ernstes Anliegen – der Gründer des Bettelordens der Franziskaner wird als „Patron der Armen“ besonders verehrt.

Papst Franziskus winkt aus dem Inneren eines Fiat 500.

Statt höfischer Gesten legt der Jesuit auch als Papst Wert auf bescheidenes Auftreten. Er nutzt nicht die vorgesehene päpstliche Wohnung im Apostolischen Palast, sondern wohnt im vatikanischen Gästehaus. Gerne lässt er sich auch mit einem kleinen Fiat chauffieren.

Papst Franziskus geht mit schwarzen Schuhen eine Treppe hinunter.

Auch seine Kleidung ist schlicht: So trägt er einfache schwarze Schuhe und nicht wie seine Vorgänger die roten Papstschuhe. 

Papst Franziskus umringt von Gläubigen bei einem Besuch auf der italienischen Insel Lampedusa.

Als erstes Reiseziel wählt Papst Franziskus 2013 die italienische Insel Lampedusa aus. Dort feiert er mit Menschen aus dem dortigen Flüchtlingslager eine Messe und gedenkt jener, die auf dem Weg über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind. „Sie suchten einen besseren Ort für sich und ihre Familien, doch sie fanden den Tod“, sagt er in seiner Predigt.

Mahmud Abbas, Papst Franziskus und Schimon Peres.

Immer wieder ermahnt der Papst Regierungen, Armut und Konflikte zu bekämpfen. Sein Engagement erschöpft sich dabei nicht nur in Predigten und Reden. So lädt er den damaligen israelischen Präsidenten Schimon Peres und dessen palästinensischen Amtskollegen Mahmud Abbas 2014 zu einem aufsehenerregenden Friedensgebet in den Vatikan ein.

Laudato Si von Papst Franziskus

Deutliche Kritik äußert Franziskus an der modernen Wegwerfgesellschaft, die aus seiner Sicht zu Spaltungen, Ausbeutung und Umweltzerstörung führt. 2015 veröffentlicht er seine Umweltenzyklika „Laudato si“, in welcher er zum Umdenken aufruft und etwa mit Blick auf die Erderwärmung düstere Prophezeiungen formuliert.

Papst Franziskus begrüßt Obdachlose im Vatikan

Eine „arme Kirche für die Armen“ wolle er – mit diesem Ausspruch sorgt Franziskus 2013 für Aufregung. Dass es ihm Ernst damit ist, zeigen auch seine unzähligen Treffen mit Obdachlosen, Flüchtlingen, Häftlingen und Ausgestoßenen der Gesellschaft. Im November 2016 empfängt er in einer bewegenden Zeremonie etwa 3.600 Obdachlose und andere Menschen aus „prekären Situationen“ im Vatikan und zeigt auch hier keine Scheu vor Nähe.

Obdachlose beim gemeinsamen Frühstück mit Papst Franziskus.

An seinem 80. Geburtstag – am 17.12.2016 – feiert Franziskus zunächst eine Messe. „Der Rest des Tages verläuft ’normal‘, reich an Verpflichtungen“, erklärt der Vatikan. Einer der Termine: ein Frühstück mit Obdachlosen in Rom.

Papst Franziskus nimmt am 23.02.2019 an einem Bußgottesdienst am dritten Tag des Gipfeltreffens der Katholischen Kirche zum Thema Missbrauch teil.

Im Februar 2019 hält Franziskus eine Weltbischofskonferenz zum Thema Missbrauch in der Kirche ab. Ein solcher „Krisengipfel“ war bislang ohne Beispiel. Opferverbände und Beobachter zeigen sich allerdings enttäuscht über die wenig konkreten Ergebnisse. 

Papst Franziskus wird im Rollstuhl zur wöchentlichen Generalaudienz gebracht.

Wegen Atemwegsinfektionen muss Franziskus mehrfach ins Krankenhaus, 2021 und 2023 wird er am Darm operiert, und wegen eines schweren Knieleidens zeigt er sich ab 2022 meist im Rollstuhl.

Papst Franziskus trifft im "Gelora Bung Karno"-Stadion in Jakarta ein.

Trotz seiner gesundheitlichen Probleme bricht der Papst im September 2024 nach Südostasien auf – mit elf Tagen die längste seiner Reisen. Er besucht unter anderem Indonesien, das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. Neben dem interreligiösen Dialog ist für den Papst auch wichtig zu zeigen, dass die Katholische Kirche eine weltweite Kirche ist.

Die Autobiografie von Papst Franziskus liegt in einem Buchladen aus.

Franziskus‘ Leben und Denken auf knapp 400 Seiten: Anfang 2025 erscheint die Autobiografie, in der der Papst emotional, detailreich und mitunter humorvoll Begebenheiten aus seinen 88 Lebensjahren erzählt. „Spera“ – zu Deutsch „Hoffe“ – heißt das Werk, dessen deutsche Startauflage von 50.000 Exemplaren schon nach wenigen Tagen ausverkauft ist.

Papst Franziskus

Papst Franziskus am Ostersonntag – er erschien in der zentralen Loge des Petersdoms, um am Ende der von Kardinal Comastri geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan den Segen „Urbi et Orbi“ zu spenden.

Generalsekretärin der Bischöfe: Papst muss Vielfalt ermöglichen

Die Generalsekretärin der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, erhofft sich vom neuen Papst eine „wohltuende Dezentralisierung“ der katholischen Kirche. Die katholische Weltkirche lebe in unterschiedlichen Kulturen; sie müsse auf kulturelle Veränderungen und gesellschaftliche Bedürfnisse reagieren, sagte sie im Interview mit dem rbb. Aufgabe des Papstes sei es, Vielfalt zu ermöglichen und die Kirche zusammenzuhalten.

Papst Franziskus habe viele Prozesse angestoßen, die der neue Papst jetzt fortführen müsse, fügte Gilles hinzu. Dazu zählten auch Fragen rund um die Weihe von Frauen oder die Akzeptanz von alternativen Lebensformen. Die Theologin verwies auch auf die weltpolitische Rolle des Papstamtes: Die Welt sei in großer Unruhe. Es sei wichtig, dass es jemanden gebe, der das Schicksal der Armen und die Erhaltung der Schöpfung im Auge habe, sagte Gilles. Das Papstamt könne eine große Kraft entfalten.

„Frontlinie zwischen Reformern und Konservativen“

Schon vor dem Beginn des Konklaves wird über Machtkämpfe in den Reihen der Kardinäle spekuliert. Auch ARD-Korrespondent Eckart Querner spricht von einer „Frontlinie zwischen den Reformern und den Konservativen, den Bewahrern“. Auf beiden Seiten gebe es Favoriten. Eines stehe dabei aber fest: „Die Deutschen spielen nur eine Randrolle“, so Querner. Ein deutscher Papst gelte als sehr unwahrscheinlich.

Die wichtigsten Fakten rund um das Konklave

Wie läuft das Konklave ab? Wer nimmt teil? Und wann erfolgt der „Habemus Papam!“- Moment? Die wichtigsten Antworten auf Fragen rund um das Konklave auf einen Blick.

Es wird eng im vatikanischen Gästehaus

Für die Dauer des Konklaves kommen die beteiligten Kardinäle im vatikanischen Gästehaus Santa Marta unter, nur wenige hundert Meter von der Sixtinischen Kapelle entfernt. Ähnlich wie in der Sixtinischen Kapelle werden sie dort komplett von der Außenwelt abgeschirmt: Alle elektronischen Geräte, alle Handys müssen abgegeben werden, Fenster werden versiegelt und Fensterläden verschlossen. Fernseher oder Zeitungen sind ebenfalls verboten.

Doch wegen der Zimmerknappheit können nicht alle der 133 am Konklave teilnehmenden Kardinäle in Santa Marta wohnen. Einige wurden im benachbarten ehemaligen Gästehaus Alt-Santa-Marta untergebracht. Den Weg zur Sixtinischen Kapelle legen sie zu Fuß oder mit einem Busshuttle zurück. Die Küche des Gästehauses bekocht die Wahlmänner.

Eine ganze Reihe von Favoriten

Für das Amt des nächsten Papstes werden gleich mehrere Favoriten gehandelt. Einer von ihnen ist die bisherige Nummer zwei des katholischen Kirchenstaats: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Als ranghöchster Kardinal leitet der 70-Jährige auch das Konklave.

Aber auch zwei weitere Italiener gelten als möglich Anwärter: der Erzbischof von Bologna, Matteo Zuppi (69), sowie der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa (60). Als weitere Namen kursieren die des Philippiners Luis Antonio Tagle (67), des Franzosen Jean-Marc-Aveline (66), des Portugiesen José Tolentino de Mendonça (59) oder des Luxemburgers Jean-Claude Hollerich (66). 

Weißer Rauch gleich zum Auftakt unwahrscheinlich

Dass bereits heute nach dem ersten Wahlgang weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle aufsteigt und somit ein neuer Papst gewählt ist, gilt als so gut wie ausgeschlossen. Nur bei einer Zweidrittelmehrheit – also mindestens 89 Stimmen – ist ein neuer Pontifex gewählt.

Wie lange das Konklave dauert, ist völlig offen. Seit den 1960er-Jahren dauerten die Konklaven stets nur zwei oder drei Tage. Dieses Mal gibt es allerdings nicht wenige, die mit einem längeren Zeitraum rechnen. Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, er habe sich seinen Koffer für „fünf, sechs Tage“ packen lassen. „Man muss schon vorbereitet sein. Aber jeder hofft natürlich, dass es nicht so lange dauert. Jeder will nach Hause“, so Müller.

Papstwahl startet mit Gottesdienst

Mehr als zwei Wochen nach dem Tod von Papst Franziskus am Ostermontag beginnt in Rom heute das Konklave, bei dem 133 Kardinäle ein neues Kirchenoberhaupt wählen sollen. Es ist die dritte Papstwahl des 21. Jahrhunderts.

Um 10 Uhr wird im Petersdom ein Gottesdienst abgehalten, am Nachmittag sollen die Kardinäle in einer Prozession in die Sixtinische Kapelle im Vatikan einziehen. Dort müssen sie zu Gott einen Eid schwören, dass sie Kontaktverbot und Geheimhaltung beachten. Handys, Smartphones und alle sonstigen digitalen Geräte müssen sie abgeben. 

Noch heute soll ein erster Wahlgang stattfinden. Rauch aus dem Schornstein auf dem Dach der Kapelle informiert über das Ergebnis der Wahlgänge: Schwarzer Rauch bedeutet, es wird weiter gewählt, weißer Rauch zeigt an, dass ein neuer Papst gefunden ist.

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