Russland erhöht nach Informationen des Wall Street Journal den Druck auf Belarus, sich aktiv an der militärischen Eskalation gegen die Ukraine zu beteiligen. Das Blatt berichtet unter Berufung auf Geheimdienst- und Diplomatenkreise, Präsident Wladimir Putin verlange von Machthaber Alexander Lukaschenko die direkte militärische Unterstützung für den russischen Angriffskrieg.
Die Forderungen umfassen nach dem Bericht drei konkrete Schritte: die Nutzung belarussischen Territoriums für Angriffe mit iranischen Shahed-Drohnen auf die Ukraine, die Ausweitung der Frontlinie nach Westen, um ukrainische Truppen von den Schwerpunkten im Osten abzuziehen, sowie die Einbeziehung belarussischer Einheiten in militärische Operationen gegen benachbarte NATO-Staaten.
Das Wall Street Journal bezeichnet das Vorgehen Putins als Erpressung. Lukaschenko habe sich bislang geweigert, eigene Truppen in die Ukraine zu entsenden, stehe aber unter wachsendem Druck aus Moskau. Eine vollständige militärische Beteiligung Minsks würde die strategische Lage in der Region grundlegend verändern und die NATO-Ostflanke unmittelbar betreffen.
Offizielle Stellungnahmen aus dem Kreml oder aus Minsk zu dem Bericht liegen bislang nicht vor. Die Ukraine hatte wiederholt vor einer Einbindung Belarussias in die Kämpfe gewarnt und die Diskussion über eine Neuausrichtung der eigenen Grenzsicherung verstärkt.