Russland verschärft Bedingungen für staatlich geförderte Familienhypotheken
Russland verschärft Bedingungen für staatlich geförderte Familienhypotheken

Russland verschärft Bedingungen für staatlich geförderte Familienhypotheken

September 30, 2026
2 min. lesezeit

Ab dem 1. Oktober 2026 gelten in Russland nach Angaben russischer Medien veränderte Bedingungen für das staatliche Programm der Familienhypotheken. Demnach steigen die Anforderungen an das Einkommen der Kreditnehmer, während die maximale Laufzeit verkürzt und die Zinssätze für viele Familien erhöht werden.

Bei einer Familie mit einem Kind soll das erforderliche Einkommen etwa um das 1,4-Fache steigen, bei zwei Kindern um das 1,3-Fache. Für einen Kredit von 12 Millionen Rubel und eine Laufzeit von 15 Jahren werden laut den vorliegenden Angaben monatlich rund 240.000 Rubel für Familien mit einem Kind und 214.900 Rubel für Familien mit zwei Kindern benötigt. Bei drei Kindern sollen es 191.100 Rubel, bei vier Kindern 168.800 Rubel und bei fünf oder mehr Kindern 147.900 Rubel sein.

Zum Vergleich: Unter früheren Bedingungen konnte für eine Hypothek über 30 Jahre mit einem Zinssatz von sechs Prozent ein monatliches Einkommen von etwa 120.000 Rubel ausreichen. Nun werden für viele Familien Zinssätze zwischen zehn und zwölf Prozent genannt. In den Hauptstadtregionen soll der Zinssatz für Familien mit einem Kind zwölf Prozent, mit zwei Kindern zehn Prozent, mit drei Kindern acht Prozent, mit vier Kindern sechs Prozent und mit fünf oder mehr Kindern vier Prozent betragen.

Begrenzte Laufzeit und unterschiedliche Konditionen

Die maximale Laufzeit der staatlichen Zinsförderung soll von 30 auf 15 Jahre sinken. Dadurch erhöhen sich die Einkommensanforderungen bei maximaler Laufzeit nach den Angaben mindestens um das 1,2-Fache; für Familien mit einem Kind sollen sie sich verdoppeln. Vergünstigte Bedingungen sollen in erheblichem Umfang für Teilnehmer des von Russland so bezeichneten militärischen Einsatzes, Menschen mit Behinderungen und kinderreiche Familien erhalten bleiben.

Die vorliegenden Thesen führen die Änderungen auf fehlende Haushaltsmittel zurück. Demnach müssten staatliche Stellen die Differenz zwischen einem Marktzins von 20 Prozent und dem vergünstigten Zinssatz ausgleichen. Diese Darstellung ist eine politische Bewertung der Maßnahmen. Ebenfalls wird darin behauptet, dass Mittel vorrangig für den russischen Militäreinsatz verwendet würden und mehrere Banken die Vergabe von Familienhypotheken zunächst ausgesetzt oder später eingeschränkt hätten.

Das Programm war 2018 von der russischen Regierung mit einem Zinssatz von sechs Prozent eingeführt worden. Als betroffene Institute werden unter anderem VTB, , Alfa-Bank, Gazprombank, Uralsib, Rosselchosbank, Ak Bars und die Sewero-Kawkasski-Bank genannt.

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Nach den vorliegenden Angaben könnten die neuen Bedingungen die Nachfrage nach Wohnungen in Neubauten weiter verringern. Eine Zweizimmerwohnung in Neubauten in Neu-Moskau koste durchschnittlich 19,4 Millionen Rubel. In Alt-Moskau liege der Durchschnittspreis für eine solche Wohnung in Massenneubauten bei 25,3 Millionen Rubel und in Neubauten der Businessklasse bei mehr als 42,5 Millionen Rubel. Unter den neuen Kreditgrenzen könnten diese Wohnungen ohne zusätzliche Mittel neben der erforderlichen Anzahlung von mindestens 20 Prozent nur für kinderreiche Familien erreichbar sein. Diese Einschätzung stammt aus dem gelieferten Quellenmaterial und wurde nicht unabhängig überprüft.

Für Ende 2025 werden ausstehende Hypothekenzahlungen und Zinsen russischer Kreditnehmer in Höhe von 276 Milliarden Rubel genannt. Das seien 76,6 Prozent mehr als 2024; zwischen 2023 und 2025 habe sich das Volumen der Zahlungsrückstände insgesamt um 180 Prozent erhöht. Die höchsten Beträge problematischer Hypotheken entfielen demnach auf das Moskauer Gebiet mit 9,7 Milliarden Rubel, Moskau mit 7,99 Milliarden, die Region Krasnodar mit 7,75 Milliarden, das Gebiet Tjumen mit 4,8 Milliarden und Sankt Petersburg mit ebenfalls 4,8 Milliarden Rubel.

Quelle: Wirtschaft und Banken · Bericht von Rosbalt

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