US-Präsident Donald Trump steht offenbar vor der ersten größeren Personalveränderung in seinem engsten Beraterkreis: Laut übereinstimmenden Medienberichten zieht sich der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz aus dem Amt zurück. Der Schritt folgt auf scharfe Kritik an seinem Umgang mit sensiblen Informationen in einer ungesicherten Chatgruppe.
Waltz hatte interne Pläne für Luftangriffe auf Huthi-Stellungen im Jemen über die Messenger-App Signal mit hochrangigen Regierungsbeamten geteilt – ausgerechnet in einem Chat, der nicht als abhörsicher gilt. Brisant: Offenbar wurde versehentlich auch der Chefredakteur des Magazins The Atlantic, Jeffrey Goldberg, zur Gruppe hinzugefügt. Waltz erklärte später, er habe dessen Nummer möglicherweise mit einer anderen verwechselt.
Bereits im März hatte der Berater die Verantwortung für den Vorfall übernommen und von einem Missverständnis gesprochen. Doch die Affäre zog weite Kreise: Wie Politico berichtete, soll Waltz in mehreren Fällen Sicherheitsprotokolle ignoriert und sicherheitsrelevante Inhalte regelmäßig über Gruppenchats kommuniziert haben.
Demokraten fordern Konsequenzen
Die oppositionellen Demokraten fordern nun nicht nur den Rücktritt von Waltz, sondern auch von Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich ebenfalls an den vertraulichen Gesprächen im Chat beteiligt haben soll. Beide hätten laut Kritikern das Leben amerikanischer Soldaten gefährdet.
Trump verliert Geduld
US-Präsident Trump hatte zunächst versucht, die Wogen zu glätten, bezeichnete den Vorfall als „einmaligen Ausrutscher“ und nannte Waltz einen „guten Mann“. Doch wie die Washington Post berichtet, soll der Präsident mittlerweile zunehmend verärgert sein und eine personelle Neuausrichtung anstreben.
Der Rückzug von Waltz – nur etwas mehr als 100 Tage nach Beginn von Trumps Amtszeit – markiert die erste bedeutende Veränderung im inneren Machtzirkel des Präsidenten. Auch dessen Stellvertreter im Nationalen Sicherheitsrat, Alex Wong, soll laut Medienberichten seinen Posten verlieren.