Die Zahl der Auszubildenden in der Pflegebranche nimmt zu, während gleichzeitig die Abbruchquote besorgniserregend hoch bleibt. Aktuelle Statistiken zeigen, dass jeder dritte Azubi seine Ausbildung nicht abschließt. Probleme wie Stress, geringe Noten und persönliche Herausforderungen führen nicht selten zum Ausbildungsabbruch.
Im Ausbildungszentrum der Havellandkliniken in Nauen befinden sich die Auszubildenden im dritten Lehrjahr. Emily, eine Auszubildende, berichtet von ihrer Entscheidung, nach einer einjährigen Pause aufgrund gesundheitlicher Probleme wieder in die Ausbildung einzusteigen. Gemeinsam mit ihren Mitazubis Jonas und Lisa motivieren sie sich gegenseitig, um das letzte Ausbildungsjahr erfolgreich zu beenden.
Die Schulen der Pflegeberufe in Deutschland, insbesondere in Brandenburg, haben die Gründe für die hohe Abbruchquote analysiert. Mangelnde Pünktlichkeit, unzureichende Leistungen und plötzliche persönliche Umstände, wie eine Schwangerschaft oder Krankheit, gehören zu den häufigsten Ursachen. Auch ausländische Azubis haben mit Sprachbarrieren und Heimweh zu kämpfen, was den Ausbildungsprozess zusätzlich erschwert.
Im Jahr 2023 starteten über 54.000 Menschen eine Ausbildung in der Pflege, bis 2025 stieg diese Zahl auf etwa 64.300. Die Abbruchquote bleibt jedoch auf hohem Niveau; im Bundesdurchschnitt kündigt jeder Dritte, und in Brandenburg lag die Quote bei nahezu 40 %.
Um dem entgegenzuwirken, haben die Gesundheits- und Pflegeschulen in Brandenburg seit Anfang des Jahres die Möglichkeit, sozialpädagogische Fachkräfte einzustellen. Diese sollen den Auszubildenden in schwierigen Situationen helfen. Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch die Pflegeeinrichtungen sowie einen kleinen Beitrag des Landes.
Trotz der Bemühungen um mehr Support in der Ausbildung sind die Auswirkungen der gegenwärtigen Herausforderungen spürbar. Anja Rummler, die Schulleiterin einer Pflegeschule, betont die Notwendigkeit, den Azubis ein offenes Ohr zu schenken, während gleichzeitig die schulischen Anforderungen erfüllt werden müssen.
In Nauen hofft man, mit der Unterstützung von Sozialarbeitern die Ausfallquote weiter senken zu können. Bislang hat eine derartige enge Betreuung offenbar positive Effekte gezeigt, sowohl für die Betroffenen als auch für die Ausbildungsinstitution selbst.