Zahlungen mit Karte oder Smartphone werden in Deutschland immer üblicher. Erstmals zahlten Verbraucher im vergangenen Jahr häufiger bargeldlos als mit Scheinen oder Münzen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie der Bundesbank, die mehr als 6.000 Personen in Deutschland befragte. Die Verbraucher mussten über einen Zeitraum von drei Tagen ein Zahlungstagebuch führen, um das Zahlungsverhalten zu erfassen.
Laut der Studie wurde im Jahr 2025 bei 55 Prozent aller erfassten Käufe bargeldlos gezahlt. Die Bundesbank hebt hervor, dass die Debitkarte, insbesondere die Girokarte, hierbei eine zentrale Rolle spielt. Auch das Bezahlen mit Smartphones erfreut sich wachsender Beliebtheit. Im Internet dominierten der Zahlungsdienstleister PayPal und ähnliche Dienste. Im Gegensatz dazu sank der Bargeldanteil auf 45 Prozent der Zahlungen, nachdem er in der vorhergehenden Studie 2023 noch bei 51 Prozent lag.
Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz betont, dass dieser Rückgang nicht überraschend sei, da der Trend hin zu bargeldlosen Zahlungen bereits seit Jahren zu beobachten sei. Die Studie selbst wird seit 2008 regelmäßig durchgeführt und dokumentiert einen fortwährenden Anstieg bargeldloser Geschäfte.
Die Verbreitung von Selbstbedienungskassen im Einzelhandel, die häufig kein Bargeld akzeptieren, trägt zur Abnahme der Bargeldnutzung bei. Trotz dieses Trends wünscht sich eine Mehrheit der Befragten, insbesondere ältere Menschen, die Möglichkeit, jederzeit bar zahlen zu können. Dies ist ein zentraler Punkt für die Bundesbank, die betont, dass Bargeld als kostengünstiges und inklusives Zahlungsmittel erhalten bleiben soll.
Zusätzlich wird auf Schwierigkeiten hingewiesen, die Verbraucher beim Zugang zu Bargeld haben. Die Anzahl der Geldautomaten ist seit Jahren rückläufig und sank von rund 57.000 im Jahr 2020 auf weniger als 50.000. Dies erfordert von der Bundesbank, europäische Alternativen zum dominierenden Einfluss außereuropäischer Unternehmen auf dem Bezahlsystem zu entwickeln.
Die Einführung eines digitalen Euro wird als eine staatliche Initiative angesehen, die ebenfalls Potential hat, allerdings nur mit einem langfristigen Rechtsrahmen und nachfolgender Pilotphase erfolgen kann. Bis zur praktischen Nutzung des digitalen Euros bleibt den Verbrauchern noch eine Weile, in der sie Bargeld als Zahlungsmittel haben möchten.