Hohe Energiepreise haben in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu einem signifikanten Rückgang der Produktion in energieintensiven Industrien geführt. Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Produktion in diesen Sektoren seit Februar 2022 um 15,2 Prozent gesunken. Zum Vergleich beträgt der Rückgang in der gesamten Industrie lediglich 9,5 Prozent.
Energieintensive Branchen sind vor allem die chemische Industrie, die Metallerzeugung und -verarbeitung, die Glas- und Keramikerzeugung sowie die Papier- und Mineralölindustrie. Diese Sektoren benötigen im Vergleich zu ihrer wirtschaftlichen Wertschöpfung überdurchschnittlich viel Energie. Dies wurde als einer der Hauptgründe für die aktuellen Schwierigkeiten identifiziert.
Im März 2026 waren in diesen Industrien rund 794.400 Beschäftigte tätig, was einem Rückgang von 6,3 Prozent seit Kriegsausbruch entspricht und den Verlust von etwa 53.300 Arbeitsplätzen bedeutet. Dabei hat die Papierindustrie mit einem Rückgang von 8,6 Prozent die meisten Stellen verloren, gefolgt von der Metallerzeugung mit einem Minus von 7,1 Prozent.
Eine positive Ausnahme bildet die Mineralölverarbeitung, die ihre Produktion um 24,6 Prozent steigern konnte und dabei 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Dies könnte auf eine erhöhte Nachfrage und Marktanpassungen seit Januar 2026 zurückzuführen sein.
Die energieintensiven Industrien verbrauchten im Jahr 2024 etwa 75,6 Prozent der gesamten Energie der deutschen Industrie. Die chemische Industrie ist dabei der größte Verbraucher mit einem Anteil von 27,9 Prozent, gefolgt von der Metallerzeugung mit 23,7 Prozent. Die Hauptenergieträger sind Erdgas, Mineralöl, Kohle und Strom.
Die Schwierigkeiten in der energieintensiven Industrie sind nicht nur ein unmittelbares wirtschaftliches Problem, sondern werfen auch Fragen zur künftigen Nachhaltigkeit und Resilienz dieser Sektoren auf.