Handwerk: 200.000 Stellen bleiben unbesetzt

Handwerk: 200.000 Stellen bleiben unbesetzt

März 4, 2026
1 min. lesezeit

Kaum ein Wirtschaftszweig leidet so stark unter dem Fachkräftemangel wie das Handwerk. Aktuell sind rund 200.000 Stellen unbesetzt, obwohl die Berufsperspektiven in diesem Sektor gut sind. Besonders Kleinbetriebe sind von dieser Situation betroffen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) weist darauf hin, dass viele Unternehmen trotz bestandener Aufträge Schwierigkeiten haben, geeignete Arbeitskräfte zu finden.

Zum Ende des Jahres 2025 meldete die Bundesagentur für Arbeit 119.565 offene Stellen im Handwerk. Da viele Betriebe unbesetzte Stellen jedoch nicht bei der Arbeitsagentur registrieren, schätzt der ZDH den tatsächlichen Fachkräftebedarf auf 200.000. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig reduziert.

Die vor Kurzem gestartete Handwerksmesse in München, die bis zum 8. März andauert, thematisiert unter anderem diese Herausforderungen. Während die Handwerker auch in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation beschäftigt sind, geht ein erheblicher Teil der Fachkräfte bald in Rente, was die Situation zusätzlich erschwert. Der ZDH befürchtet, dass die Gesamtzahl der Mitarbeiter in diesem Jahr um etwa 60.000 sinken könnte.

Trotz der bestehenden Schwierigkeiten berichten Handwerksverbände von stabilen Umsätzen. Für 2026 erwarten sie lediglich ein schwaches Wachstum von einem Prozent. Im Gegensatz zu größeren Unternehmen beabsichtigen viele Handwerksbetriebe nicht, Stellen abzubauen, sondern suchen nach Lösungen, um den Personalmangel zu beheben.

Politische Maßnahmen sind gefordert. ZDH-Präsident Dittrich fordert die Bundesregierung auf, die bürokratischen Hürden sowie die steuerlichen und sozialpolitischen Belastungen für kleine Betriebe zu verringern. Insbesondere Betriebe mit weniger als vier Mitarbeitern stehen unter Druck, was dazu führt, dass immer mehr Inhaber aufgeben, weil sie keine Nachfolger finden können. Der Besuch des Bundeskanzlers Friedrich Merz in München könnte als Gelegenheit genutzt werden, um auf diese Probleme aufmerksam zu machen und Lösungen zu erarbeiten.

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