Jede zwölfte Firma in Deutschland sieht ihre Existenz bedroht

Jede zwölfte Firma in Deutschland sieht ihre Existenz bedroht

Mai 11, 2026
1 min. lesezeit

Jede zwölfte Firma in Deutschland sieht sich aktuell in ihrer Existenz bedroht. Laut einer Umfrage des ifo Instituts aus München berichten etwa acht Prozent der befragten Unternehmen von ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Besonders betroffen ist das Gastgewerbe, wo der Anteil an Firmen, die das Überleben ihrer Geschäfte für gefährdet halten, bei fast 20 Prozent liegt. Auch Unternehmen in der Werbe- und Marktforschungsbranche haben überdurchschnittliche Sorgen hinsichtlich ihrer Zukunft.

Die Ursachen für diese alarmierenden Zahlen sind vielschichtig. Branchenübergreifend berichten viele Unternehmen von einem Rückgang der Aufträge, steigenden Betriebs- und Energiekosten sowie zunehmendem bürokratischen Aufwand. Diese Faktoren führen nicht nur zu Liquiditätsengpässen, sondern auch dazu, dass Kunden sparen oder selbst insolvent werden. Diese Probleme verstärken sich insbesondere in der Einzelhandelsbranche, wo 17 Prozent der Befragten die Fortführung ihres Geschäftsbetriebs als unsicher einstufen.

Experten zeigen sich besorgt über die Reaktionen der Unternehmen auf die sich verschärfenden wirtschaftlichen Bedingungen. Viele Betriebe reagieren erst, wenn die Krise bereits offensichtlich ist, wodurch sie möglicherweise Insolvenzfälle vermeiden könnten. Henning Werner, Wirtschaftswissenschaftler an der EBS-Universität Oestrich-Winkel, hebt hervor, dass frühzeitige und konsequente Maßnahmen zur Stabilisierung und Restrukturierung in vielen Fällen einer Pleite entgegenwirken könnten.

Die wirtschaftliche Lage wird voraussichtlich angespannt bleiben. Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, prognostiziert, dass die Zahl der Insolvenzen im kommenden Zeitraum aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten auf hohem Niveau verharren könnte. Besonders exportorientierte Branchen leiden unter den hohen Energie- und Rohstoffkosten sowie internationalen Wettbewerbsnachteilen, was die ohnehin angespannte Situation zusätzlich verschärft.

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