Neues Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt Installation von Öl- und Gasheizungen, doch Nachfrage bleibt hinter Erwartungen zurück

Neues Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt Installation von Öl- und Gasheizungen, doch Nachfrage bleibt hinter Erwartungen zurück

Mai 13, 2026
1 min. lesezeit

Öl- und Gasheizungen dürfen mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz in Deutschland wieder installiert werden. Trotz dieser regulatorischen Erlaubnis bleibt die Nachfrage nach fossilen Heizungen gering. Der Heizungsbauer Michael Mundle aus Sindelfingen, der sowohl Öl- und Gasheizungen als auch Wärmepumpen anbietet, berichtet, dass 90 Prozent seiner Kunden sich für Wärmepumpen entscheiden. Diese Technologie hat sich in Bezug auf Effizienz und Betriebskosten durchgesetzt.

Das neue Gesetz wurde von der Bundesregierung verabschiedet, um auf Kritik am vorherigen Heizungsgesetz zu reagieren. Dieses sah vor, dass neu installierte Heizungen mindestens zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Mit der Novelle wird nun auch der Einsatz von Gas- und Ölheizungen erlaubt, was Mundle als Rückschritt betrachtet. Er kritisiert, dass lediglich kleine Anpassungen am alten Gesetz vorgenommen hätten werden sollten, um die Umstellung auf Wärmepumpen in bestimmten Fällen, wie bei Mehrfamilienhäusern, zu ermöglichen.

Die Gefahr, so Mundle, liege in der langfristigen Kostenentwicklung. Angesichts steigender Energiepreise könne der Betrieb von Gas- und Ölheizungen zwar zunächst günstiger erscheinen; auf lange Sicht würden sich Wärmepumpen jedoch als die wirtschaftlichere Lösung herausstellen. Aktuell kämen viele Kunden aufgrund der hohen fossilen Brennstoffpreise und der CO2-Besteuerung auf ihn zu und favorisieren die Installation einer Wärmepumpe.

Zusätzlich zu den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen für Heizungen gibt es Förderprogramme für den Einbau von Wärmepumpen, die Mundle als wichtig erachtet. Die Details zu den Förderungen im Rahmen des neuen Gesetzes sind jedoch noch nicht veröffentlicht worden, was zu Unsicherheit bei den Verbrauchern führt.

Verschiedene Stimmen aus der Branche sowie von Verbraucherschützern äußern Bedenken über das neue Gesetz. Ramona Pop, Vorständin der Bundesverbraucherzentrale, warnt, dass die Wiederzulassung fossiler Energieträger für Unsicherheit bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sorgt. Auch die Frage, ob die steigende Kundennachfrage nach Wärmepumpen und anderen erneuerbaren Energien langfristig die fossile Heiztechnik verdrängt, bleibt offen.

Insgesamt ist die Entwicklung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ein deutliches Signal für die Heizungsbranche, das die zukünftige Ausrichtung auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Systeme vorantreiben könnte, auch wenn die politische Unsicherheit bestehen bleibt.

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