Eine umfassende Studie des peruanischen Nicht-Regierungsnetzwerks Red Muqui deckt alarmierende Arsenwerte in der Umgebung der Quellaveco-Kupfermine auf, die von Anglo American betrieben wird. Die Forschung zeigt, dass Trinkwasserproben aus Brunnen im Einflussbereich der Mine signifikant überschrittene Grenzwerte für Arsen, Mangan und Blei aufweisen. Diese Ergebnisse könnten weitreichende Folgen für die beteiligten Unternehmen und deren rechtliche Verantwortlichkeiten haben, insbesondere in Bezug auf das deutsche Lieferkettengesetz.
Die Studie, die nach offiziellen Messungen staatlicher Behörden erarbeitet wurde, dokumentiert darüber hinaus erhöhte Arsenwerte bei Kindern in der Region. Die gewonnenen Daten stellen die von Anglo American propagierten Umweltstandards in Frage und belasten die Lieferkette des Hamburger Konzerns Aurubis, der mit der Mine kooperiert.
Das BAFA, zuständig für die Prüfung von Umwelt- und Menschenrechtsstandards in deutschen Lieferketten, hat bereits vor über einem Jahr eine Untersuchung gegen Aurubis eingeleitet. Die Vorwürfe beziehen sich auf mögliche Verstöße gegen das Deutsche Lieferkettengesetz, wobei Lieferanten Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Die neuen Erkenntnisse aus der Studie dürften die laufende Prüfung weiter komplizieren.
Anglo American hat die Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen und betont, dass Quellaveco ein Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Bergbau sei. In Anbetracht der Evidenz der Studie bleibt jedoch unklar, wie sich diese veröffentlichten Ergebnisse auf die rechtlichen Verfahren und die Verantwortung von Aurubis auswirken werden.
Die Einschätzungen der Experten sind alarmierend. Sie warnen vor den langfristigen ökologischen und gesundheitlichen Folgen, die die Mine für die umliegenden Gemeinschaften haben könnte, und fordern eine kritische Überprüfung der Unternehmenspraktiken. Die Diskussion um die Lieferkettenverantwortung in Deutschland gewinnt durch diese Studie an Intensität.
Die laufende Prüfung der BAFA an Aurubis verbindet sich mit den breiteren rechtlichen Rahmenbedingungen, die Unternehmen zwingen sollen, ihre Zulieferer auf Umwelt- und Menschenrechtsstandards zu überprüfen. Dennoch sehen Kritiker das geplante Abändern des deutschen Lieferkettengesetzes als potenzielle Gefährdung der Fortschritte, die durch solche Beschlüsse erreicht wurden.