Volkswagen-Chef Blume betont: "Werksschließung ist immer die letzte Lösung"

Volkswagen-Chef Blume betont: „Werksschließung ist immer die letzte Lösung“

Juli 24, 2026
1 min. lesezeit

Der Volkswagen-Konzern sieht sich angesichts schwacher Verkaufszahlen, insbesondere in China, mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, erklärte in einem Interview, dass bis Ende des Jahres Klarheit über den Sparkurs geschaffen werden soll. Er betonte die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen.

Blume wies darauf hin, dass es in der gesamten Automobilindustrie eine Krise gebe, die sich auch auf Volkswagen auswirke. Der Markt sei in diesem Jahr um 20 Prozent zurückgegangen, während gleichzeitig neue Wettbewerber aus China Druck auf die etablierten Hersteller ausüben. In diesem Kontext hat Volkswagen in den letzten drei Jahren umfassende Umstellungen vorgenommen, um sich neu auszurichten. Für die Zukunft steht ein tiefgreifendes Transformationsprogramm an, das über die bloße Implementierung eines Sparplans hinausgeht und sich auf innovative Produkte, Technologien sowie Unternehmensstrukturen konzentriert.

Im Hinblick auf mögliche Werksschließungen stellte Blume klar, dass diese immer die letzte Lösung seien. Der Fokus liege auf intelligenten Strategien zur Effizienzsteigerung und der Erschließung neuer Märkte. Um eine weitere Million Fahrzeuge aus dem Netz zu nehmen, sind rund 500.000 Einheiten in China und die gleiche Anzahl in Europa betroffen. Diese Maßnahmen sind parteiübergreifend mit dem Aufsichtsrat abzustimmen, da sie wesentliche Auswirkungen auf Personal und betriebliche Strukturen haben.

Im Gespräch mit NDR betonte Blume, dass die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Werke oberste Priorität habe. Alternativen zu Werksschließungen seien erforderlich, und mögliche Kooperationen mit anderen industriellen Partnern werden geprüft. Auch die strategische Ausrichtung in Bezug auf die Automobilproduktion in Osnabrück, wo die Herstellung von Volkswagen-Produkten 2027 eingestellt werden soll, bleibt im Fokus. Blume will Erklärungen zur künftigen Nutzung des Standorts in Zusammenarbeit mit den aktuellen Industriepartnern bekanntgeben.

Zusätzlich äußerte Blume die Unterstützung des Volkswagen-Konzerns für das Rüstungsprogramm der deutschen Bundesregierung und entkräftete das Gerücht, dass das Unternehmen in die Waffenproduktion einsteigen wolle. Es wird betont, dass Volkswagen vielmehr seine Technologie und Fachkompetenz im Bereich militärischer Transport- und Verteidigungssysteme einbringen möchte.

Abschließend machte Blume deutlich, dass er persönlich keine Werksschließungen wünscht, jedoch auch die ökonomischen Realitäten des Unternehmens nicht ignorieren kann. Der Fokus liege auf der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Implementierung intelligenter Lösungen, bevor auf drastische Maßnahmen zurückgegriffen wird.

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