Nach Brockenbrand: Bundeswehr stellt über eine Million Euro in Rechnung
Nach Brockenbrand: Bundeswehr stellt über eine Million Euro in Rechnung

Nach Brockenbrand: Bundeswehr stellt über eine Million Euro in Rechnung

April 4, 2025
1 min. lesezeit

Abgerechnet wird hinterher: Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand am Brocken gibt es für die Stadt Wernigerode ein teures Erwachen. Die Bundeswehr hat für ihren Hilfseinsatz eine Rechnung in Höhe von 1,3 Millionen Euro geschickt. Sie hatte mit Hubschraubern geholfen, Löschwasser zum Brocken zu bringen.

Der Einsatz der Bundeswehr beim Brockenbrand 2024 kostet die Stadt Wernigerode 1,3 Millionen Euro. Das teilte ein Mitglied des Finanzausschusses der Stadt MDR SACHSEN-ANHALT mit. Demnach ist am Donnerstagabend ein entsprechender Bericht der Kämmerin vorgelegt worden.

Welche Folgen das für den laufenden Haushalt der Stadt hat, ist noch unklar. Die Stadtverwaltung habe die Rechnung von der Bundeswehr sechs Monate nach dem Ereignis erhalten. Bei dem tagelangen Brockenbrand im vergangenen September waren auch Hubschrauber der Bundeswehr im Einsatz.

Ein Hubschrauber der Bundeswehr nimmt am Rückhaltebecken am Torfhaus Wasser für die Waldbrandbekämpfung.

September 2024: Ein Hubschrauber der Bundeswehr entnimmt Wasser aus dem Rückhaltebecken Torfhaus.Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Bein

Die Bundeswehr in Sachsen-AnhaltDie Bundeswehr ist mit Tausenden Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt. Von der Verwaltung bis zur Stationierung des Heeres: Die Bundeswehr hat neun Standorte in Sachsen-Anhalt – Havelberg, Klietz, Gardelegen, Burg, Magdeburg, Möckern, Blankenburg, Naumburg und Weißenfels. Weißenfels ist mit der Sachsen-Anhalt-Kaserne der größte Sanitätsstandort der Bundeswehr.

Brand am Brocken: Ermittlungen zur Ursache beendet

Ende März hatte die Staatsanwaltschaft Halberstadt die Ermittlungen nach dem Brockenbrand für beendet erklärt. Es habe keine Hinweise darauf gegeben, dass das Feuer vorsätzlich oder fahrlässig gelegt wurde, teilte Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck mit. Daher habe man davon abgesehen, ein Ermittlungsverfahren gegen bestimmte Personen einzuleiten.

Experten gehen von zwei möglichen Ursachen aus: Entweder wurde etwas Glühendes oder Glimmendes aus der fahrenden Brockenbahn geworfen oder von dem historischen Zug selbst sind Funken geflogen. Untersuchungen bei den Harzer Schmalspurbahnen hätten allerdings keine Hinweise auf eine Verletzung der Sorgfaltspflicht gegeben.

17 Hektar Wald im Nationalpark Harz vernichtet

Der Großbrand war am 6. September 2024 am Königsberg, eine Nebenkuppe des Brockens, ausgebrochen und vernichtete circa 17 Hektar Waldfläche im Nationalpark Harz. Das hatte die Verwaltung Ende September 2024 nach der Auswertung von Satellitenbildern mitgeteilt. Die Feuerfront breitete sich am Brocken zeitweise auf einer Länge von mehr als 1.000 Metern in dem unwegsamen Gelände aus. Die Löscharbeiten dauerten Tage. Erst am 11. September galt der Großbrand als gelöscht. Um für Feuer im Harz gewappnet zu sein, setzt der Landkreis Harz seit 2023 auf ein für ihn abrufbares Löschflugzeug.

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