Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert elektronische Fußfesseln für vier Beschuldigte im Zusammenhang mit Ermittlungen zu mutmaßlich linksextremen Sabotageakten in Berlin-Adlershof. Es geht um einen Vorfall an der Stromversorgung des Technologieparks im September 2025. Die vier Beschuldigten sind weiter auf freiem Fuß.
Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh sagte dazu der Welt am Sonntag: „Vielleicht wäre es endlich an der Zeit, diesen Terroristen im Rahmen der Gefahrenabwehr elektronische Fußfesseln anzulegen. Wir machen das bei Islamisten, warum nicht auch hier“.
Weh kritisierte zugleich den aus seiner Sicht langsamen Umgang mit dem Fall. „Wir sind ehrlicherweise entsetzt, wie Gericht und Staatsanwaltschaft hier ständig die Verantwortung hin und herschieben“, sagte er. Zudem erklärte er: „Dieses Pingpong ist langsam absurd und weckt den Anschein, als habe man gar kein Interesse daran, Ermittlungen voranzutreiben.“
Nach Angaben aus dem Fall wartet das Landgericht Berlin I seit Monaten auf Entscheidungen. Auslöser sind Beschwerden der Verteidigung gegen Durchsuchungen und die Beschlagnahme von Datenträgern. Ein Ergebnis dieser Beschwerden wurde bislang nicht mitgeteilt.
Der Technologiepark in Berlin-Adlershof im Südosten Berlins bündelt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und technologieorientierte Infrastruktur. Störungen der Energieversorgung können dort nicht nur Produktionsabläufe, sondern auch Labor- und digitale Prozesse beeinträchtigen.