Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant per Gesetz eine Pflicht für Geschäfte und Restaurants, zusätzlich zum Bargeld auch digitale Zahlungen mit Karte oder Handy zu akzeptieren. Das Finanzministerium strebt nach Angaben aus dem Umfeld des Vorhabens an, dass ein Gesetzentwurf noch in diesem Jahr vom Kabinett beschlossen und 2027 umgesetzt wird.
Mehr als jeder zweite Erwachsene in Deutschland konnte in diesem Jahr mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos bezahlen. In der jüngsten YouGov-Umfrage für den Genoverband lag der Anteil bei 56 Prozent, nach 45 Prozent im Jahr 2021.
Unter 196 befragten Vorständen von Volksbanken im Verbandsgebiet des Genoverbandes befürworten 77 Prozent eine solche Akzeptanzpflicht für Kartenzahlungen und digitale Zahlungen. Fast die Hälfte, 49 Prozent, spricht sich zudem dafür aus, dass Bargeld bis zu einer bestimmten Höchstgrenze verpflichtend angenommen werden muss.
Von den Verbrauchern, die entgegen ihrer Planung bar zahlen mussten, berichtete die Mehrheit von zwei bis fünf Fällen im laufenden Jahr; das traf auf 28 Prozent zu. Die Umfrage wurde im August unter 1.534 Erwachsenen repräsentativ erhoben.
48 Prozent der Teilnehmer sagten außerdem, sie würden häufiger mit Karte oder Smartphone bezahlen, wenn sie an der Ladenkasse Bargeld abheben könnten. 49 Prozent nannten bessere Informationen darüber, wo bargeldloses Bezahlen möglich ist, als möglichen Anreiz.
Vier von zehn befragten Verbrauchern gehen davon aus, dass ihre persönliche Bargeldnutzung in den kommenden Jahren abnehmen wird. Genoverband-Chef Michael Hoeck sagte: „Das Smartphone und die Karte werden zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt für Bankgeschäfte und Zahlungsverkehr – gleichzeitig bleibt es den Menschen aber auch wichtig, die Option einer Barzahlung zu haben“.