Neue Kriminalitätsstatistik: Mehr Straftaten in Thüringen
Neue Kriminalitätsstatistik: Mehr Straftaten in Thüringen

Neue Kriminalitätsstatistik: Mehr Straftaten in Thüringen

März 31, 2025
1 min. lesezeit

In Thüringen sind im Jahr 2024 mehr Straftaten begangen worden als im Jahr davor. Das geht aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik hervor, die Innenminister Maier am Montag vorstellte.

Die Zahl der in Thüringen registrierten Straftaten ist erneut gestiegen. Für das vergangene Jahr weist die polizeiliche Kriminalitätsstatistik 156.100 Fälle aus und damit über 5.600 mehr als 2023 (plus 3,8 Prozent).

    Einen Anstieg gab es demnach vor allem bei Diebstählen und Körperverletzungen. Die Zahl der Tatverdächtigen blieb mit rund 57.000 fast gleich. Etwa drei Viertel der ermittelten Tatverdächtigen hatten die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Viertel nicht.

    Die Polizei erfasste demnach im vergangenen Jahr knapp 5.000 Gewaltdelikte. Dazu gehören unter anderem Körperverletzung, Totschlag, Mord oder Raub.

    Polizei stellt deutlich mehr Messerangriffe fest

    Laut der am Montag von Innenminister Georg Maier (SPD) und dem stellvertretenden Chef des Landeskriminalamts, Heiko Schmidt, vorgestellten Statistik hat die Polizei im vergangenen Jahr auch deutlich mehr Messerangriffe registriert.

    Demnach wurden im Jahr 2024 insgesamt 791 solcher Attacken verübt. Im Jahr davor waren es 416 gewesen. Maier sprach von einer „signifikanten“ Steigerung. Schmidt sagte, die hohe Aufklärungsquote von 89 Prozent in diesem Bereich könne nicht darüber hinwegtäuschen, „dass wir hier ein Problem haben“. Laut Maier und Schmidt werden die Daten zu Messerangriffen erst seit ein paar Jahren genauer erfasst.

      Höchststand bei politisch motivierter Kriminalität

      Die Zahl der politisch motivierten Kriminalität hat den Daten zufolge seit 2020 einen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr wurden 5.234 derartiger Taten im Freistaat registriert. Das waren 2.137 mehr als im Jahr 2023 und entspricht somit einem Anstieg von 69 Prozent. Dabei dominieren nach wie vor Straftaten aus dem rechten Spektrum. Die Polizei verzeichnete 1.630 rechte Propagandadelikte.

      Welche Straftaten in der Statistik erfasst werden und was nicht

      Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik beschäftigt sich ausschließlich mit dem sogenannten „Hellfeld“, also mit Taten, die bei der Polizei angezeigt und bearbeitet werden. Sie erfasst nicht das „Dunkelfeld“ der Straftaten im Verborgenen, die verübt wurden, ohne von der Polizei entdeckt oder bei ihr angezeigt zu werden.

      Mehrere Arten von Straftaten werden zudem nicht in der Statistik erfasst. Dazu gehören Staatsschutzdelikte, Ordnungswidrigkeiten, Verkehrsdelikte sowie Delikte, die nicht zum Aufgabenbereich der Polizei gehören, also etwa Finanz- und Steuerdelikte.

      Nicht erfasst ist, wie über die Tatvorwürfe vor Gericht entschieden wird oder ob die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren nach der Anzeige eingestellt hat, weil die Fälle minderschwer oder die Beweislage unklar ist.

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