Die Präsidentin des Kinderschutzbundes, Sabine Andresen, hat nach dem Bericht der Bundesmissbrauchsbeauftragten Kerstin Claus stärkere Schutzmaßnahmen für Kinder im Netz verlangt. Im Mittelpunkt ihrer Forderung stehen digitale Formen sexualisierter Gewalt sowie neue Risiken durch Plattformen und künstliche Intelligenz.
Die Aufarbeitungskommission legte dabei erstmals einen Bericht direkt an Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung vor. Mehr als 3.000 Menschen hatten der Kommission nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren ihre Erfahrungen anvertraut.
Andresen forderte, Plattformen von Beginn an sicher zu gestalten und konsequent gegen sexualisierte Gewalt vorzugehen. Die Erfahrungen der Betroffenen dürften nicht länger nur dokumentiert werden, sondern müssten politische Konsequenzen haben, sagte sie.
Claus präsentierte den Bericht am Dienstag gemeinsam mit der unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Es ist der erste Bericht nach der gesetzlichen Verankerung ihres Amtes im vergangenen Jahr.
Andresen betonte, sexualisierte Gewalt finde längst auch über Chats, soziale Netzwerke und digitale Plattformen statt. Durch künstliche Intelligenz entstünden zusätzliche Gefahren; aus harmlosen Kinderfotos könnten sexualisierte Darstellungen erzeugt werden.
Auch aus Sicht des Kinderschutzbundes müssen Anbieter verpflichtet werden, ihre Plattformen von vornherein sicher zu gestalten und konsequent gegen sexualisierte Gewalt vorzugehen. Andresen sagte zudem, Kinder hätten ein Recht darauf, sich auch im digitalen Raum sicher bewegen und an ihm teilhaben zu können.
