Ein humanoider Roboter greift in einer Industriehalle einen Karton.

KUKA präsentiert Augsburg-Prototyp im Wettlauf mit China

Oktober 20, 2026
1 min. lesezeit

Der Robotikhersteller KUKA aus Augsburg hat wenige Tage vor der Veröffentlichung des Berichts erstmals extern einen humanoiden Prototypen vorgestellt, auch vor einer Kamera von ZDF. Das Unternehmen will damit in einem Markt aufholen, in dem China nach Darstellung des Beitrags klar dominiert.

Der noch namenlose Roboter hat keine Beine. KUKA begründet das damit, dass Beine zu viel Energie verbrauchen. Das System soll nach Angaben des Unternehmens Gegenstände selbstständig greifen und sortieren können und wurde weitgehend in Augsburg entwickelt.

KUKA gehört seit 2017 zum chinesischen Konzern Midea. Vorstandschef Christoph Schell, der das Unternehmen seit Juli 2025 führt, sieht darin keinen Nachteil. Er sagte: „Wir haben den wahnsinnigen Vorteil, dass wir uns seit der Übernahme als globales Unternehmen sehen, aber sehr im bayerischen Augsburg verhaftet sind.“

Nach seiner Darstellung fließen 78 Prozent des Forschungsbudgets von KUKA außerhalb Chinas, der größte Teil davon in Augsburg. In Deutschland beschäftigt der Konzern noch rund 4.000 Menschen.

Die Dimension des Wettbewerbs macht der Bericht mit Zahlen der Robotikvereinigung IFR deutlich: 2025 wurden demnach fast 60 Prozent aller neu produzierten Industrieroboter weltweit in China installiert. Die Bank of America sagte zuletzt voraus, dass im Jahr 2035 weltweit 10 Millionen humanoide Roboter ausgeliefert werden könnten.

In Deutschland verweisen Industrie und Start-ups auf eigene Ansätze. Bei BMW in Leipzig werden humanoide Roboter in einem Pilotprojekt eingesetzt, um menschliche Tätigkeiten schrittweise zu ersetzen. BMW-Mitarbeiter Michael Ströbel sagte dazu: „Da haben wir heute schon Probleme, Mitarbeiter zu finden, die das gerne tun.“

Auch junge Firmen erhalten hohe Bewertungen. Neura Robotics aus Metzingen wurde in der jüngsten Finanzierungsrunde im Sommer mit sieben Milliarden US-Dollar bewertet. Das Münchner Unternehmen RobCo zählt inzwischen ebenfalls zu den sogenannten Einhörnern.

Der KPMG-Chefökonom Benedikt Herles wertet Chinas Vorsprung als Ergebnis einer politischen Entscheidung. Er sagte: „Roboter sind ein integraler Bestandteil der Wirtschaftsstrategie Chinas – und das Ergebnis sehen wir jetzt.“ Zugleich sieht er in der Verbindung von industrieller Kompetenz mit KI und Robotik eine mögliche Wachstumschance für die deutsche Industrie.

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