Das Bundesverteidigungsministerium plant, jungen Männern, die den Fragebogen zum neuen Wehrdienst nicht ausgefüllt haben, Bußgeldbescheide zuzustellen. Ein Sprecher des Ministeriums teilte mit, dass nach der regulären Frist von vier Wochen eine Nachfrist eingeräumt werde. Sollten die Betroffenen weiterhin nicht reagieren, würden die entsprechenden Bescheide versendet.
Das angedachte Bußgeld soll bis zu 250 Euro betragen, obwohl laut geltendem Recht höhere Strafen möglich sind. Der exakte Betrag werde dabei im Einzelfall festgelegt. Bei bloßer Fahrlässigkeit könnten die Kosten auch geringer ausfallen. Unklar bleibt, ob die Angelegenheit mit der Zahlung eines Bußgeldes abgeschlossen ist, da der Sprecher auch von möglichen „gerichtlichen Maßnahmen oder Vollstreckung“ sprach, ohne jedoch Details zu nennen.
Bis Ende April hatten die Streitkräfte über 200.000 Anschreiben an junge Männer und Frauen verschickt, um die Bereitschaft für den Wehrdienst abzufragen. Rund 86 Prozent der angeschriebenen Männer reagierten fristgerecht. Nach einer ersten Erinnerung befragte eine weitere 73 Prozent innerhalb der zusätzlichen Frist von zwei Wochen. Der Rücklauf bei Frauen, die nicht zum Ausfüllen des Fragebogens verpflichtet sind, liegt lediglich bei drei Prozent. Das Verteidigungsministerium gab am Freitag keine Stellungnahme zur allgemeinen Bereitschaft für den Wehrdienst ab.