Der scheidende Vorsitzende der Freien Demokratischen Partei (FDP), Christian Dürr, hat die zukünftige Parteiführung aufgefordert, eine klarere inhaltliche Positionierung einzunehmen. In einem Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sagte er, dass er rückblickend noch früher und präziser hätte kommunizieren müssen, für welche Inhalte die FDP stehe. Dies erfordere von der Partei mehr Mut in der thematischen Ausgestaltung und eine stärkere Zuspitzung der Inhalte.
Dürr unterstrich die Notwendigkeit, rhetorische Zuspitzung mit sachlicher Klarheit zu verbinden, insbesondere im Hinblick auf die zum Teil kritischen Äußerungen über die kommunikative Ausrichtung des voraussichtlich künftigen Parteivorsitzenden Wolfgang Kubicki. In diesem Zusammenhang wies er Bedenken aus Parteikreisen zurück, die FDP könnte unter Kubickis Führung nach rechts rücken. Solche Befürchtungen seien unbegründet und würden dem politischen Diskurs von außen auferlegt, so Dürr. Er betonte, dass die FDP ihre Positionen unabhängig von traditionellen Rechts-Links-Kategorisierungen entwickeln sollte, vielmehr sollte die Richtigkeit der Positionen im Vordergrund stehen.
Darüber hinaus stellte Dürr fest, dass die inhaltliche Einigkeit innerhalb der FDP größer sei als bei vielen anderen Parteien. Die aktuellen Diskussionen um eine mögliche Verschiebung der Parteipositionen betrachtet er als ein von außen herangetragenes Thema, das die interne Diskussionskultur nicht beeinträchtigen sollte.