Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, hat den Vorstoß von Unionsfraktionschef Jens Spahn zur Reaktivierung der abgeschalteten Atomkraftwerke in Deutschland als „betriebswirtschaftlichen Unsinn“ bezeichnet. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärte Edenhofer, dass er nicht ideologisch gegen Kernenergie sei, jedoch müssten die hohen Kosten und die Unklarheit über die Betreiber der alten Kernkraftwerke berücksichtigt werden.
Edenhofer unterstützt hingegen den Bau neuer Gaskraftwerke, was er als den richtigen Weg ansieht, insbesondere in Kombination mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Er hob hervor, dass große Solaranlagen effizienter seien als viele kleine private Dachanlagen. Diese private Form der Erzeugung könne sinnvoll sein, jedoch führe die aktuelle Regulierung zu Fehlanreizen.
Privatbetreiber speisten ihren Strom häufig genau dann ins Netz, wenn es bereits ausreichend Energie gäbe, hingegen beanspruchten sie das Netz in Zeiten des Mangels. Edenhofer plädierte für eine Anpassung der Solarstromvergütung an die Börsenpreise, um Anreize zu schaffen, Heimbatterien gezielt zu nutzen.
Diese Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über den zukünftigen Energie-Mix in Deutschland weiterhin intensiv geführt wird.