Der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Henning Höne hat seine Kandidatur für den Bundesvorsitz der Partei zurückgezogen. Stattdessen wird er als erster stellvertretender Bundesvorsitzender kandidieren. Dies bestätigte ein Sprecher der FDP Nordrhein-Westfalen. Bislang bleibt Wolfgang Kubicki der einzige Kandidat für den Bundesvorsitz.
Höne erklärte, dass es wichtig sei, eine Einheit für alle zu schaffen, die sich der Freiheit verpflichtet fühlen. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ betonte er zusammen mit Kubicki die Notwendigkeit, schnell zu handeln, insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen der Bundesregierung. Beide Politiker haben angekündigt, dass sie diesen Schritt gemeinsam geplant haben, um die Kräfte der FDP neu zu bündeln. Kubicki ließ zudem wissen, dass Höne in die künftigen Entscheidungen eng eingebunden werden soll.
Höne, 39 Jahre alt, führt den größten FDP-Landesverband und ist Fraktionsvorsitzender in einem der wenigen Landtage, in denen die FDP derzeit über einen Sitz verfügt. Sowohl er als auch der 74-jährige Kubicki sind derzeit Vizevorsitzende der Bundes-FDP.
Die FDP befindet sich in einer tiefen Krise. Bei der Bundestagswahl im Februar des vergangenen Jahres konnte sie nicht die erforderliche Fünf-Prozent-Hürde überschreiten und schied aus dem Parlament aus. In diesem Jahr erlitt die Partei bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit 4,4 Prozent beziehungsweise 2,1 Prozent erhebliche Niederlagen. Infolge dieser Situation trat die gesamte Führung der Bundespartei zurück. Der zuvor amtierende Vorsitzende Christian Dürr hatte zunächst eine erneute Kandidatur für den Parteitag Ende Mai angekündigt, zog sich jedoch zurück, als Kubicki seine Kandidatur anmeldete.