Nordrhein-Westfalens FDP-Landeschef Henning Höne hat seine Kandidatur für den Bundesvorsitz der Partei zurückgezogen. Stattdessen wird er lediglich als erster stellvertretender Bundesvorsitzender antreten. Dies wurde von einem Sprecher der FDP NRW bestätigt. Der Schritt ebnet den Weg für Wolfgang Kubicki, der als einziger Kandidat für den FDP-Bundesvorsitz in die Wahl beim Bundesparteitag am letzten Mai-Wochenende in Berlin geht.
Höne und Kubicki hatten zuvor in einem gemeinsamen Interview betont, dass sie die Kräfte innerhalb der FDP bündeln und die Partei in der aktuellen Krise der Bundesregierung stärken wollen. Höne, der als Vorsitzender des größten Landesverbands und Fraktionsvorsitzender in Nordrhein-Westfalen agiert, unterstrich die Notwendigkeit, alle zu vereinen, denen Freiheit wichtig sei. Kubicki kündigte an, Höne eng einzubinden, um die Partei effektiver zu führen.
Die FDP befindet sich in einer prekären Lage. Bei der letzten Bundestagswahl im Februar 2025 scheiterte sie an der Fünf-Prozent-Hürde und verlor ihren Sitz im Parlament. Aktuell ist sie nur noch in sechs von 16 Landesparlamenten vertreten und hat bei den jüngsten Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz jeweils nur 4,4 und 2,1 Prozent der Stimmen erhalten. Nach dem Rücktritt der gesamten Bundespartei-Führung hatte der bisherige Vorsitzende Christian Dürr zunächst seine Kandidatur für den Parteitag angekündigt, jedoch später zurückgezogen, als Kubicki seine Ambitionen anmeldete.
Höne hatte sich im Rahmen eines Kandidatenhearings der Parteibasis in einem positiven Licht präsentiert und betont, dass die FDP neue Köpfe benötige, um das Vertrauen wiederherzustellen. Er plante auch, die frühere Landtagsabgeordnete Alena Trauschel zur Generalsekretärin zu ernennen, sollte er gewählt werden. Sein Rückzug wurde nicht auf mangelnden Rückhalt aus der Partei zurückgeführt, sondern als strategische Entscheidung zur Stärkung des gemeinsamen Vorgehens mit Kubicki angegeben.
Zuletzt konnte die FDP in den Meinungsumfragen einen leichten Anstieg verzeichnen und liegt derzeit zwischen drei und vier Prozent, nachdem sie zuvor in der Wählergunst gesunken war. Dies könnte für Kubicki und die neue Führung der FDP eine erste Bewährungsprobe darstellen, wenn in den kommenden Monaten Landtagswahlen in mehreren Bundesländern anstehen.