Wolfgang Kubicki, der stellvertretende Vorsitzende der FDP, hat erklärt, dass er vorerst nicht die Ambition hegt, den Parteivorsitz zu übernehmen. Er sprach sich zudem für die Fortsetzung der Amtszeit des aktuellen Vorsitzenden Christian Dürr aus. In einem Interview mit dem „Stern“ betonte Kubicki, dass Dürr vor zehn Monaten mit großer Mehrheit für zwei Jahre gewählt worden sei und daher an der Spitze bleiben sollte.
Kubicki warnte die Partei vor internen Illoyalitäten und betonte, dass die Situation der FDP momentan äußerst angespannt sei. Er verglich die derzeitige Lage mit der des Jahres 2013, als die Partei ebenso tief im politischen Abseits stand. „Wir sind am Boden“, sagte er. Die parteiinterne Dynamik müsse dringend gestärkt werden, um jüngeren und profilierteren Mitgliedern zu ermöglichen, an die Öffentlichkeit zu treten.
Auf die Rückkehr ehemaliger Jungstars in die Berufswelt, wie Johannes Vogel und Konstantin Kuhle, reagierte Kubicki mit der Auffassung, dass es legitim sei, sich zunächst im Berufsleben zu etablieren, bevor man in die Politik eintrete. Er kritisierte allerdings das abrupte Abtauchen dieser Mitglieder, die zuvor aktiv an Parteitagen teilgenommen hatten und Einfluss auf die Ausrichtung der FDP ausüben wollten.
Kubicki stellte klar, dass in der aktuellen Phase nur die Vorbereitungen für die bevorstehenden Herausforderungen von anderen Mitgliedern übernommen werden sollten. Er betonte, dass er grundsätzlich für viele Rollen geeignet sei, aber derzeit keine persönlichen Ambitionen auf den Parteivorsitz hege.