Die Partei Die Linke hat die Bundesregierung aufgefordert, sofortige Maßnahmen gegen die steigende Kinderarmut in Deutschland zu ergreifen. Diese Forderung folgt auf eine aktuelle Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef, die Deutschland auf einem besorgniserregenden 25. Platz von 37 bewerteten Ländern bezüglich des Wohlbefindens von Kindern einstuft. Die Kinderarmutsquote in Deutschland liegt seit Jahren konstant bei etwa 15 Prozent.
Nicole Gohlke, Fraktionsvize der Linken, bezeichnete die Situation als einen „beschämenden Skandal“ und kritisierte die politische Toleranz gegenüber struktureller Kinderarmut in einem wohlhabenden Land wie Deutschland. Sie forderte eine Verankerung von starken und einklagbaren Kinderrechten im Grundgesetz sowie die Einführung einer armutsfesten Kindergrundsicherung.
Gohlke wies darauf hin, dass es dringend notwendig sei, in die soziale Infrastruktur zu investieren, beginnend mit gut ausgestatteten Kitas in sozial benachteiligten Gegenden bis hin zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung. Sie betonte, dass das Recht auf ein gutes Aufwachsen für Kinder nicht vom Einkommen der Eltern abhängen dürfe. Unicef kritisierte zudem, dass Deutschland in Bereichen wie Bildung „alarmierend“ abschneide.