Die durchschnittlichen Rentenabschläge bei vorgezogenen Altersrenten sind in Deutschland gestiegen. Im vergangenen Jahr lag der monatliche Abschlag nach einer Auswertung bei 162 Euro, nach 103 Euro im Jahr 2020.
Das entspricht einem Anstieg des durchschnittlichen monatlichen Verzichts um gut 57 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Die Angaben stammen aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.
Wer früher in Rente geht, muss nach den geltenden Regeln pro Monat 0,3 Prozent der eigentlichen Altersrente abgeben. Bei einer Altersrente nach mindestens 35 Versicherungsjahren können sich die Abschläge auf bis zu 14,4 Prozent summieren.
Auch der Anteil der Altersrenten mit Abschlägen ist gestiegen. Er erhöhte sich zwischen 2020 und 2025 von 23,4 auf 30,4 Prozent.
Zu den Renten mit Abschlägen zählen vor allem vorgezogene Altersrenten für Menschen mit mindestens 35 Versicherungsjahren sowie entsprechende Renten für schwerbehinderte Menschen.
Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, sagte, viele Menschen könnten nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten und nähmen deshalb hohe Abschläge in Kauf. Sie kritisierte, die Reformpläne der Bundesregierung gingen an der Lebensrealität vorbei.
Die Bundesregierung berät derzeit über eine umfassende Rentenreform. Im Mittelpunkt steht nach Angaben aus der Debatte der Vorschlag der Rentenkommission, die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen. In der Koalition wird diese Regelung unterschiedlich bewertet, die SPD will sie beibehalten.
Dass der durchschnittliche Eurobetrag steigt, hängt nach der Auswertung auch damit zusammen, dass die Renten durch regelmäßige Anpassungen wachsen.
