Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Laut aktuellen Polizeistatistiken wurden bundesweit 85.837 Straftaten mit politischem Hintergrund registriert, was einen Anstieg von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg gewalttätiger Übergriffe, die überwiegend von Akteuren aus dem rechten Spektrum verübt wurden.
Von insgesamt 4.156 politisch motivierten Gewaltstraftaten waren 1.598 dem rechten Spektrum zuzuordnen. Diese rechte Gewalt stieg um etwa 7,4 Prozent. Im Gegensatz dazu gab es jedoch auch einen signifikanten Anstieg linker Gewalt, der um 43 Prozent auf 1.087 Fälle zunahm. Straftaten, die aus ausländisch motivierten Ideologien resultieren, gingen hingegen um 28 Prozent auf 704 Fälle zurück.
Der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plant härtere Strafen für Gewalttaten gegen Einsatzkräfte der Polizei, um ein deutliches Signal gegen solche Taten zu setzen. Dies geschieht in Abstimmung mit dem Bundesjustizministerium.
Eine neue Untersuchung der Polizei zeigt zudem einen Anstieg frauenfeindlicher Straftaten. 2025 wurden 819 solcher Taten registriert, was einem Anstieg von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bei antisemitischen Hassdelikten ist ein Anstieg um fünf Prozent auf 6.548 Fälle zu verzeichnen.
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, erklärte, dass die Ursachen für die Zunahme politisch motivierter Kriminalität vielfältig seien. Eine zunehmende Polarisierung könne zu Radikalisierung und Gewalt führen. Zudem habe extremistischer Einfluss, insbesondere durch soziale Medien, zugenommen.
Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic ist besorgt über den Anstieg der mutmaßlich links motivierten Straftaten und deutet auf ein Ungleichgewicht zwischen politischer Lautstärke und effektiven Maßnahmen gegen diesen Extremismus hin. Die Unionsfraktionsvize Günter Krings fordert klare gesetzliche Regelungen und effektive Filter gegen extremistische Inhalte in sozialen Medien, um die Jugend zu schützen.