Großes Geleit für Franziskus
Großes Geleit für Franziskus

Papst-Trauerfeier in Rom – Großes Geleit für Franziskus

April 26, 2025
2 min. lesezeit

Papst-Trauerfeier in Rom Großes Geleit für Franziskus

Zehntausende sind nach Rom gekommen, um vom verstorbenen Papst Abschied zu nehmen – darunter zahlreiche Staatschefs, Monarchen und Geistliche. Nach der Totenmesse wird Franziskus in einem Trauerzug zu seiner letzten Ruhestätte gebracht.

Die Totenmesse für den verstorbenen Papst Franziskus hat begonnen. Auf dem Petersplatz im Vatikan haben sich zehntausende Menschen versammelt, um Abschied vom Oberhaupt der katholischen Kirche zu nehmen. Auch zahlreiche Staatsgäste und geistliche Würdenträger sind nach Rom gekommen, um dem Papst die letzte Ehre zu erweisen. Franziskus war am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorben.

Begleitet von lateinischen Gesängen wurde der Sarg mit dem Leichnam aus dem Petersdom auf den Petersplatz getragen und dort vor dem großen Altar aufgestellt. Polit-Prominenz, Monarchen, mehr als 200 Kardinäle und etwa 4.000 andere Geistlichen sind unter den Teilnehmern. Und auf dem Vorplatz und den umliegenden Straßen stehen dicht gedrängt 200.000 Besucher aus aller Welt. Bereits gegen 5.30 Uhr wurden die ersten Menschen auf den Petersplatz gelassen.

Die Trauermesse wird vom italienischen Kardinal Giovanni Battista Re geleitet. Der 91-Jährige ist Dekan des Kardinalkollegiums und leitete schon die Trauerfeier für Franziskus‘ Vorgänger Benedikt XVI. im Januar 2023.

Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs in Rom

Der Gottesdienst und die damit verbundene Ankunft der mehr als 50 Staats- und Regierungschefs sorgte in Rom für einen Ausnahmezustand. Unter anderem wegen US-Präsident Donald Trump, der am späten Freitagabend mit seiner Frau Melania in der Air Force One auf dem Flughafen Fiumicino landete, herrschten extreme Sicherheitsvorkehrungen. Etliche Straßen in der italienischen Hauptstadt sind gesperrt. Rund 10.000 Einsatzkräfte sind im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung zu gewährleisten.

Die vielen Staatsgäste nahmen seitlich des Altars Platz – ganz vorne Präsident Javier Milei aus Franziskus‘ Heimatland Argentinien. Daneben die Italiener mit Präsident Sergio Mattarella und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Aus Deutschland sind unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der geschäftsführende Kanzler Olaf Scholz angereist. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der französische Präsident Emmanuel Macron sind nach Rom gekommen. Ebenfalls anwesend ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Viele internationale Politiker wollen die Trauerfeier nutzen, um – zumindest kurz – miteinander zu sprechen. Das kündigte zum Beispiel US-Präsident Trump an. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni traf am Freitag unter anderem den britischen Premier Keir Starmer.

Massive Sicherheitsvorkehrungen

Das Requiem begann bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Viele Besucher verfolgen die Trauerfeier über riesige Monitore. An mehreren Orten der Stadt sind Leinwände aufgebaut. Das gesamte Gebiet rund um den Vatikan wird strengstens bewacht, es gelten die höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Scharfschützen, Hundestaffeln, Patrouillen auf dem Fluss Tiber, Polizisten und Soldaten mit Anti-Drohnen-Technologie und andere Spezialeinheiten sind im Einsatz. Das italienische Heer ist zudem mit Kampfjets in Bereitschaft.

Trauerzug durch Rom mit Sarg im Papamobil

Nach der Trauermesse wird der Sarg zunächst wieder in den Petersdom gebracht. Anschließend werden die sterblichen Überreste für die Beisetzung in die Basilika Santa Maria Maggiore gebracht. Der Trauerzug fährt rund sechs Kilometer durch die Innenstadt Roms an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei – etwa der Piazza Venezia, dem Forum Romanum und dem Kolosseum.

Der Sarg von Franziskus soll in einem umgebauten Papamobil gefahren werden. Einen solchen Trauerzug hat Rom schon lange nicht mehr gesehen. Als erster Papst seit mehr als 120 Jahren wird Franziskus nicht im Petersdom in den vatikanischen Grotten begraben, wie noch seine Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Nur sieben seiner Vorgänger liegen in Santa Maria Maggiore, zuletzt wurde Clemens IX. dort beigesetzt – im Jahr 1669.

Letzte Ruhestätte außerhalb des Vatikans

Nach der Fahrt erreicht der Sarg die Marienkirche unweit des römischen Hauptbahnhofs Termini. Die Beisetzung findet in verhältnismäßig kleinem und nicht-öffentlichem Rahmen statt – mit Kardinälen, aber auch mit Franziskus‘ engen Mitarbeitern und seinem persönlichen Krankenpfleger. Auf Wunsch des Papstes sollen auch einige Arme und Obdachlose dabei sein, die sich von Franziskus verabschieden können.

Der Pontifex, der am 17. Dezember 1936 als Jorge Mario Bergoglio in Buenos Aires geboren wurde, hatte sich zu Lebzeiten stets für die Abgehängten und Ausgestoßenen der Gesellschaft eingesetzt. In einem Schriftstück, das nach katholischem Ritus in seinen Sarg gelegt wurde, steht: „Franziskus hinterließ allen ein bewundernswertes Zeugnis der Menschlichkeit, der heiligen Lebensführung und der universalen Vaterschaft.“

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