Der britische Ölkonzern BP hat im ersten Quartal 2026 seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Das bereinigte Ergebnis stieg von 1,4 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Dieser Anstieg wird wesentlich durch die Preissteigerungen am Ölmarkt infolge des aktuellen Konflikts im Iran verursacht. Analysten hatten lediglich mit einem Gewinn von 2,7 Milliarden US-Dollar gerechnet, sodass BP die Erwartungen um über 500 Millionen US-Dollar übertraf.
Das Ergebnis profitierte insbesondere vom Kunden- und Produktgeschäft, das im Ölhandel mit einem Vorsteuergewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar das beste Ergebnis seit 2022 erzielte. Die Segmente Gas und Ölförderung lagen jedoch leicht hinter den Erwartungen zurück. Eine höhere Produktion im Golf von Mexiko und die starke Performance des US-Geschäfts konnten die Auswirkungen von Störungen im Nahen Osten heben.
Die BP-Aktie stieg am Dienstagmittag um 2,5 Prozent. Die neue Konzernchefin Meg O’Neill betonte den Fortschritt des Unternehmens und strebt an, BP zu einem „einfacheren, stärkeren und wertvolleren Unternehmen“ zu entwickeln. Parallel zu diesen positiven Geschäftszahlen kündigte BP den Verkauf seiner Raffinerie in Gelsenkirchen an, was im Zuge von Kostensenkungsmaßnahmen nötig sei. Darüber hinaus plant das Unternehmen, seine Nettoverschuldung bis Ende 2027 um rund 4,3 Milliarden US-Dollar zu reduzieren.
Die durchschnittliche Nettoverschuldung belief sich zum Ende des ersten Quartals auf 25,3 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von über 22 Milliarden im Vorquartal. BP hatte bereits im Februar sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt, um den Schuldenabbau voranzutreiben. Die wirtschaftliche Lage wird weiterhin durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten beeinflusst, was die Ölpreise und somit die Branche insgesamt betrifft.